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Die Karlsruher Rückenschule - seit 1986

Hans-Dieter Kempf gilt als Pionier der Rückenschule und als "einer der maßgeblich Beteiligten am Aufbau und an der Weiterentwicklung der Rückenschulbewegung in Deutschland".
Die Karlsruher Rückenschule - seit 1986

Karlsruher Rückenschule

 

Die Anfänge der Karlsruher Rückenschule

Im Jahre 1986 konzipierten H.-D.Kempf und W.Lutz ein sportpädagogisches Programm für "Rückenpatienten", denen vom Arzt Bewegung verschrieben wurde. Die ersten Kurse, die im damals im neu gegründeten AOK-Gesundheitszentrum durchgeführt wurden, stießen auf sehr große Resonanz.

Gemeinsam mit dem Orthopäden Dr. Hans Bürkle wurde im Jahre 1987 das Karlsruher Rückenforum gegründet, dem sich in der Folgezeit verschiedene Mediziner, Krankengymnasten und Psychologen anschlossen. Besonders hilfreich war dabei der gute Kontakt zur Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Gesundheit und Sport (WAGUS) am Institut für Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe mit Prof.Dr.Hans Steiner.

Der Begriff "Karlsruher Rückenschule" wurde 1989 von H.-D. Kempf geprägt, der sich in der Folgezeit für die Weiterentwicklung der Kursprogramme verantwortlich zeichnete.


Karlsruher Rückenschule - Grundlagenmodell der präventiven Rückenschule in Deutschland und vielen anderen Ländern

Als Grundlagenmodell des im Jahre 1988 gegründeten Forums „Gesunder Rücken – besser leben e.V.“ hat das Konzept der Karlsruher Rückenschule bundesweit große Verbreitung gefunden, z.B. auch im AOK-Kursmanual (Tiemann et al. 2001) oder im Manual der BAGUV (Bundesarbeitsgemeinschaft der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand, 1994). Durch die Schulung von über 8.000 Rückenschullehrer seit 1987 wird es überall in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in den Ländern Österreich, Schweiz, Italien, Polen, Tscheslowakei und Argentinien angewendet.


Die Ziele

Die Rückenschule ist ein Programm, das ganz im Sinne der WHO darauf abzielt, den Menschen zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten und Risikofaktoren vermeidenden Handeln hinzuführen.

Die Ziele der Rückenschule lassen sich spezifizieren in kognitive Ziele (rückenspezifische Kenntnisse), affektiv-emotionale Ziele (freudbetontes Bewegen), motorische Ziele (motorische Handlungsfähigkeit) und soziale Ziele (soziale Kompetenz) (in Kempf H-D.Die Rückenschule. Rowohlt:Reinbek 1990).

Kempf H-D. Die Karlsruher Rückenschule. Rheuma 1989; 9: 136-147


Von der klassischen zur Neuen Rückenschule

 

In der Fachliteratur wurde der Karlsruher Rückenschule schon von Schneider 1996 bescheinigt, durch ihre sportpädagogisch orientierte Zugangsweise mit der Grundlage eines ganzheitlichen Menschenbildes, den Teilnehmer in seiner biopsychosozialen Gesamtheit und seinen Wechselwirkungen mit der Umwelt zu betrachten.

"Das bekannte Konzept der "Karlsruher Rückenschule" beispielsweise, das 1986 von Hans-Dieter Kempf begründet wurde, ist zweifellos ein biopsychosoziales Konzept"(Wolf 2005)

Wolf A. Konzepte im Umbruch. Fortbildungsführer Rückenschule, in physiopraxis 2005; 11-12: 36-39

Durch die Entwicklungsarbeit von H-D Kempf in der KddR wurde das Konzept der Karlsruher Rückenschule an die aktuellen Entwicklungen angepasst und wird dem aktuelle Springer Buch "Die Neue Rückenschule" ausführlich beschrieben. Das neue Kurskonzept wurde 2009 positiv von den Kassen bundesweit geprüft und wird bundesweit unterstützt.

Kempf H-D. Grundlagen der Neuen Rückenschule. Die Säule 2010; 20 (3): 15-19

Die Rückenschule wird (mit Anregungen durch H.-D. Kempf) in der neuesten der Nationalen Versorgungsleitlinie der Bundesärztkammer  (S.82, Version Ausgust 2011)  wie folgt definiert: “Unter Rückenschule wird ein ganzheitliches, aktives Rückenprogramm zur Vorbeugung von Rückenschmerzen im Rahmen unspezifischer Wirbelsäulenerkrankungen verstanden… Sie besteht aus der Kombination eines theoretischen und eines praktischen Teils…“


Die Karlsruhe Rückenschule als multimodales und mehrstufiges Kursmodell

Die Rückenschule bezeichnet einerseits den eigentlichen Rückenschulkurs, bezieht sich andererseits aber durch seine mittel- und langfristige Ausrichtung auf ein komplexes, stufenförmiges Kursmodell, das in seinem Differenzierungs- und Spezialisierungsgrad unterschiedlich ist:

  • Die Rückenschule als Basiskurs oder Grundkurs vermittelt den Teilnehmern die allgemeinen Grundlagen zur Rückenschule.  Der Umfang von 10 Kurseinheiten á 60-90 Minuten reicht in der Regel aus, um den Teilnehmern die obengenannten Ziele in hinreichender Form zu vermitteln.
  • Der Rückenschulkurs für Fortgeschrittene (Aufbaukurs)  baut systematisch auf den erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten aus dem Grundkurs auf. Detaillierte Fragestellun­gen werden behan­delt, rückenspezifische Bewegungsmuster gefestigt  sowie die konditionellen Anfor­derungen deutlich erhöht.
  • Das Rücken- und Körpertraining zielt auf die Verbesserung der körper­lichen Lei­stungsfähigkeit, speziell der Kraft, Beweglichkeit und Koor­dination, z.B. unter Einsatz von Kraft-und Handgeräten wie Propriomed (Bioswing), Thera-Band, Tubs, Gymstics, Kleinhantel, Gewichtsball, Flowin  und Pezzi-Ball.  Empfehlenswert ist hier auch die Kombination mit einem Ausdauertrainingsprogramm wie Walking, Laufen, Schwimmen und die Hinführung zum selbst- und fremdorganisierten Life-time-Sport.




Die Karlsruher Rückenschule im Setting Kindergarten, Schule, Arbeitsplatz und Klinik

 

Auf der individuellen Ebene wendet sich die Rückenschule an Einzelpersonen, auf der Organisationsebene an Personen in den verschiedenen Settings wie  Betrieben, Schulen, Kindergärten, Arzt- und Physiotherapiepraxen, Krankenhäusern oder Sportvereinen. Bei dieser Vorgehensweise können alle Personen dieses Settings, z.B. alle Schüler einer Grundschule oder alle Mitarbeiter einer Abteilung, an dem Programm teilnehmen und keine Zielgruppe wird diskriminiert. Die Karlsruher Rückenschule arbeitet hier eng mit den entsprechenden Institutionen zusammen und konzipiert, plant und realisiert Projekte, Kurse und Seminare als
  • Therapeutische Rückenschule. Sie wendet sich an Teilnehmer mit Krankheitsbildern / Symptomen der Wirbelsäule oder an chronischen Rückenschmerzpatienten. Sie zielt auf eine Rekonditionierung, eine psycho-physische Stabilisierung und eine Verbesserung der Lebensqualität.

Kempf H-D. Rücken-Intensiv-Programm mit schwer chronifizierten Rückenschmerzpatienten einer Schmerzambulanz– erste Erfahrungen eines Projektes. Die Säule 2001; 11 (4): 38-39

  • Rückenschule für Vorschulkinder. Die Angebote richten sich an Kinder in Kindergärten und bestehen vor allem aus Bewegungsprogrammen, die eine ganzheitliche Entwicklungsförderung anstreben.

Kempf H-D. Rückenschule für Kinder am Beispiel eines Pilotprojektes im Kindergarten St.Michael. Die Säule 2004; 14: 158-166

Kempf H-D. Bewegungsförderung im Kindergarten - Prävention von Anfang an. physiopraxis 2005; 3 (3): 28-30

  • Rückengesundheit in der Schule - Schülern den Rücken stärken. Die Angebote richten sich an Schüler an Grundschulen, weiterführenden Schulen und berufsbildenden Schulen und haben zum Ziel, die körperlichen Potentiale zu verbessern, die psychosozialen Ressourcen zu stärken, zu mehr Bewegung zu motivieren und die Verhältsnisse zu verbessern.

Kempf H-D, Klar B, Stockschläder U, Ruckenbrod J. Rückengesundheit in der Gundschule. Erfahrungen und Konsequenzen eines Modellkurses "Gesunder Schülerrücken". Die Säule 2010; 20 (2): 10-15

  • Rückenschule am Arbeitsplatz. Diese Angebote im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung orientieren sich ganz an berufs- und arbeitsplatzspezifische Gegebenheiten und haben wie die Anschlussprogramme den direkten Transfer der Inhalte an den Arbeitsplatz zum Ziel.

 

Abhängig von der Zielgruppe, den organisatorischen Bedingungen und Bedürfnissen des Anbieters können die Form und die Dauer der Rückenschule sich unterscheiden. So finden wir die „Rückenschule in der Arztpraxis“, die „Rückenschule im Wasser“, „Bücken, Heben und Tragen auf dem Bau“,  Seminare wie  „Fit for works“ oder auch Vorträge „Sitzen am Bildschirm“. Bei den Angeboten sollten wir nicht aus dem Augen verlieren, dass diese Angebote eingebunden sind in eine Struktur und ein Netzwerk gesundheitsfördernder Maßnahmen.


Evaluation der Karlsruher Rückenschule

In eigenen Untersuchungen konnten signifikante Verbesserungen der Rückenschulteilnehmer (Dauer 10x60 Minuten) im Vergleich zur Kontrollgruppe nach einem Jahr beim Gesundheitszustand, den aktuellen Rückenschmerzen, der empfunden Intensität der Rückenschmerzen und den Arztbesuchen feststellen. Durch den Kurs hat sich in diesem Zeitraum bei über der Hälfte der Teilnehmer das Befinden (56%) positiv verändert. Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer (83%) achten in ihrem Tagesablauf verstärkt auf ihren Rücken, die Hälfte setzt das vorhandene Wissens in den Alltag um (Kempf 2007).

Kempf, H.-D. (1992). Die präventive Rückenschule und ihre Auswirkung auf Einstellung und Verhalten in bezug auf ein gesundheitsorientiertes, rückenfrendliches Bewegungsverhalten. In Hamsen, G. (Red.). Sport an Hochschulen. Forschung, Lehre, Hochschul­sport (S.137-161). Heidelberg: ISSW

Kempf H-D. Die präventive Rückenschule mit Teilnehmern aus dem universitären Bereich . Bewegungstherapie und Gesundheitssport 2007; 23: 243-253

Kempf H-D, Klar B, Stockschläder U, Ruckenbrod J. Rückengesundheit in der Gundschule. Erfahrungen und Konsequenzen eines Modellkurses "Gesunder Schülerrücken". Die Säule 2010; 20 (2): 10-15

Kempf H-D. Auswertung Rückentrainingskurse Karlsruher Rückenschule Dezember 2010 (unveröffentlicht)

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