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Fachzeitschrift Physikalische Therapie Ausgabe Nr. 11 November 2003

Mit Beginn der klassischen Rückenschule in den späten achtziger Jahren fanden sich viele Richtungen und dementsprechend Veröffentlichungen zu diesem Thema.Der Herausgeber des vorliegenden Buches, Hans Dieter Kempf, ist einer, der sich seit langem intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, täglich mit der Rückenschule arbeitet und zudem aktiv in der Fortbildung im Forum Gesunder Rücken besser leben e.V. tätig ist. Aus diesen Erfahrungen heraus hat er nun ein in der 2. Auflage deutlich überarbeitetes und aktualisiertes Sammelwerk herausgegeben. Der Herausgeber geht in der Einführung auf die Ursachen der Rückenschmerzen ein, wobei er besonders auf pathogenetische und salutogenetische Fragestellungen eingeht. Die grundsätzlichen Ausführungen zur Verhaltens- und Verhältnisprävention und ihre Gewichtung in der Rückenschule bleiben allerdings zu allgemein und gehen zu wenig ins Detail.Die orthopädischen Grundlagen von Dr. Fischer zur Anatomie sind für den Therapeuten eher zu allgemein, die Zielgruppe des Buches sind eben auch Sportlehrer und andere Bewegungsfachkräfte. In seinen Ausführungen zur "aktiven Haltung" stellt sich allerdings die Frage, ob "aktiv angespannte Bauchmuskeln" hier sinnvoll sind. Zumindest diskussionswürdig ist auch die Definition von Bandscheibenprotrusion, die konservative Nachbehandlungsempfehlung von Bandscheibenvorfällen mit "Stufenbettlagerung" bzw. nach Schmerzrückgang mit "rumpfstabilisierenden isometrischen Übungen", oder die Frage, ob bei Skoliose alleine die "Kräftigung der Rumpfmuskulatur" der Verkrümmung entgegenwirkt. Bei den Kontraindikationen fehlt der klare Handlungsleitfaden für den Kursleiter, der Autor bleibt hier einfach zu vage mit seinen Empfehlungen. Wichtige und hilfreiche Informationen zur Entstehung von Asymmetrien der Körperhaltung und schöne Hinweise besonders bei Sportarten und deren Ausübung finden sich im Artikel von Prof. Dr. Starosta. Bei den psychologischen Grundlagen werden praktisch alle relevanten Komponenten des Rückenschmerzes, wie auch Subjektivität, psychosoziale Faktoren ausführlich beleuchtet. Sehr gut die praxisbezogenen Übungsangebote zur Ursachenzuschreibung und Kontrollüberzeugung für die Teilnehmer. Aufbauend darauf die Kommunikation mit Tipps zur Informationsvermittlung, Gesprächsstrategie mit Gruppen und Umgang bei Problemsituationen, auch hier mit schönen Übungsangeboten. Die Organisation der Rückenschule ist recht gut strukturiert, der Leser findet einen umsetzbaren Leitfaden für seine Kursplanung mit ausführlichen didaktischen Tipps. Besonders positiv fällt auf, dass auch im gesamten Bereich der Organisation wirklich brauchbare Ratschläge einschließlich Teilnehmerfragebögen zu finden sind. Die methodischen Vorgehensweisen bei der Körperwahrnehmung und bei den Funktionskreisen vom Stehen bis zum Bücken und Heben sind sehr gut nachvollziehbar für den Leser. Die praktische Erfahrung des Herausgebers mit der präventiven Rückenschule ist förmlich in jeder Zeile zu spüren. Im Teil Funktionelle Gymnastik findet man Standards zum aktuellen Stand der Trainingslehre. Die Auswahl der Funktionstests erscheint recht ausführlich für den Rahmen "Präventive Rückenschule". Die Übungsauswahl ist sehr umfassend und die einzelnen Übungen sind gut beschrieben. Die Auswahl der Dehntechniken sollte gezielter sein, die Übungen werden leider jeweils mit unterschiedlichen Techniken durchgeführt, weitere Übungen zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit wären schön. Der Bereich der Koordinationsschulung ist insgesamt zu gering ausgefallen, obwohl alle aktuellen Studien die Wichtigkeit im Rahmen der Rückenschule betonen. Sehr gut gelungen und umfassend beschrieben sind die "Kleinen Spiele in der Rückenschule", hier können viele Ideen direkt übernommen werden. Methodisch sehr geschickt sind die Ausführungen zur Entspannung, neben praktischen Beispielen findet der Leser auch eine kleine Musikauswahl mit geeigneten Musikstücken. Für die Rückenschule in der Sekundär- und Tertiärprävention wird der funktionelle Aspekt der Rückenschule hervorgehoben. Schön die Grundsätze bzw. Ausführungen der Besonderheiten bei verschiedenen definierten Krankheitsbildern. Der Rückenschullehrer findet auch Anregungen zu spezifischen. Angeboten, wie "Rückenschule im Alter" oder "während und nach der Schwangerschaft", hier besonders hervorzuheben die Übungen zum Training des Beckenbodens. Bei der "Rückenschule am Arbeitsplatz" wird zwar ein betriebliches Konzept vorgestellt, es fehlt leider jedoch die verhältnispräventive Umsetzung mit dem "Teilnehmer als Experten" innerhalb der betrieblichen Kurse völlig, ebenso der Hinweis, welche Personen im betrieblichen Setting neben den Kursteilnehmern involviert werden sollten (z.B.: Sicherrheitsbeauftragter, Arbeitsmediziner). Der Bereich "Verhältnisprävention" wird im folgenden Artikel gut ausgeführt, dies könnte jedoch wesentlich ausführlicher sein, Abbildungen wären zudem sicher hilfreich. Die Ausführungen zum Programm der "orthopädischen Rückenschule" von B. Reinhardt und E. Böhle entsprechen hinsichtlich dem Aspekt der Nachhaltigkeit und im Hinblick auf die methodische Auswahl sicher nicht mehr dem aktuellen Stand der Dinge. Fazit: Zum Kauf dieses Buches kann allen Therapeuten, die sich mit dem Thema Rückenschule befassen, nur geraten werden. Der Einsteiger in die Thematik findet einen nachvollziehbaren Handlungsleitfaden und der erfahrene Rückenschullehrer ein interessantes Nachschlagewerk mit neuen praktischen Ideen für den "Rückenschulalltag", auch wenn einzelne Bereiche nicht ausführlich genug erscheinen. Etwas mehr Abbildungen wären sicher sehr hilfreich für den Leser. Alles in allem ist Hans-Dieter Kempf auch in der 2. Auflage ein interessantes, vielseitiges Standardwerk gelungen und weite Verbreitung ist dem Buch zu wünschen. Joachim Fleichaus, Gunzenhausen

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