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25.06.2005 Sport setzt ganzen Kindergarten in Bewegung BNN

Sport setzt ganzen Kindergarten in Bewegung

Wöchentlich kommt ein Trainer zu St. Michael in Beiertheim / Konzept der Offenheit gewürdigt

Von unserem Redaktionsmitglied Rupert Hustede aus den Badischen Neuesten Nachrichten vom Dienstag, 21. Juni 2005  

Was vor drei Jahren begann, wurde jüngst groß gewürdigt: Der Beiertheimer Kindergarten St. Michael erhielt für die Förderung der motorischen Fähigkeiten vom Landessportverband beim Wettbewerb "Bewegungs- . freundlicher Kindergarten" einen ersten Preis (die BNN berichteten an anderer Stelle). Dabei r ist überdies zweierlei bemerkenswert: Der relativ kleine Kindergarten St. Michael ist recht beengt und hat sich mit bescheidenen Mitteln reformiert. Zudem ist die gezielte Bewegungsschule der Kleinen nur ein wichtiger Teil des offenen Erziehungskonzepts. Eigentlich hat der Wandel in St. Michael nämlich vor neun Jahren begonnen, betont Petra Welte, Leiterin des Regelkindergartens für 53 Kinder. "Wir haben viele Möbel rausgenommen und die Gruppen aufgelöst", erklärt sie. Mehr Bewegungsfreiheit und viel größere Entscheidungsspielraum in zehn Beschäftigungsbereichen statt starrem Gruppenprogramm nennt sie als Erfolgsformel der Arbeit im "offenen Kindergarten" nach dem Oldenburger Pädagogen Jan Wieland. Zudem sei bei der sozialen Kompetenz, etwa bei Konfliktbewältigung, schon eine neue Basis gelegt worden. Und dann kam der Sport dazu: Da gibt es zunächst die "Bewegungsbaustelle". Dieser freie Ort fürs Klettern und Toben kann einmal in der Woche im benachbarten Pfarrsaal eingerichtet werden. Schon damit wurden bei dem 40 Jahre alten Kindergartenbau 'die alten Grenzen gesprengt. Durch die Kooperation mit dem SV K-Beiertheim und der Einbindung der Eltern kam schließlich der Schritt zum "Bewegungsfreundlichen Kindergarten" . Der Landessportbund vermittelt so die finanzielle Unterstützung durch die Landesstiftung für ein eigens Sportprogramm im Kindergarten: Folglich kommt der selbstständige Sportlehrer Hans-Dieter Kempf für zwei Stunden in der Woche. Ob mit Schaumstoffrollen oder Lufballons, mit Bohnensäckchen oder Reifen - "vielseitige Bewegungserfahrungen werden jedem Kind mindestens eine Wochenstunde vermittelt", erklärt Kempf, der auch eine "Rückenschule für Kinder" verfasst hat. "Bei uns haben die Kinder auch eine Ausdauer von mindestens so vielen Minuten wie Lebensjahren", unterstreicht der Sporttherapeut. Daneben schule man besonders die Fähigkeiten in Koordination und des Balancieren; beim Werfen und Fangen. Letztlich haben die Erzieherinnen ihr eigenes Sportangebot auch mit Rhythmik und Tanz intensiviert. Petra Welte freut sich über "sichtbare Erfolge" auch im Sozialverhalten der Kinder durch den Sport. Scheu werde ab- und Selbstbewusstsein aufgebaut. Gerade bewegungsschwache Kinder könnten so individuell angesprochen und aus ihrer Nische geholt werden. Die Mobilitätsschule habe zu Bewegung in allen Belangen von St. Michael geführt, meint die Leiterin. Dank der Einbindung der Eltern sei vor einem halben Jahr aus einem vernachlässigten Hof ein wahres Bewegungsgelände für die Kinder geworden. "Wenn jeder mitmachen kann, wirkt die Aktivität ansteckend", berichtet Kempf im Blick auf die sich nun viel mehr bewegenden Kinder wie auf  die Eltern. "Wir können richtige Erfolge aufweisen", sagt Welte - wer sich froher reglos an den Rand verzogen habe, der schöpfe aus der erfahrenen Bewegung im Spiel mit den anderen Selbstwertgefühl. Somit könne St. Michael anderen Kindergärten ein Beispiel geben, "wie man aus wenig viel macht" , meint Kempf.

          BNN 25-06-2005

Mobilität ist Trumpf im Kindergarten St.Michael. Seit drei jahren setzt man auf Bewegung und verweist auf Erfolge für die ganze Entwicklung der Kinder, di nun jüngst von den Eltern geschaffene Hoflandschaft auch draußen toben können. Foto: jodo 

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