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01.04.1993 Bewegung schadet Konzentration keineswegs BNN

Bewegung schadet der Konzentration keineswegs

 

Kindergarten St.Michael in Beiertheim startet einen Versuch mit Sitzbällen für Kinder

Rückenfreundliches Verhalten schon von Kindesbeinen an

 

Badische Neuesten Nachrichten 03.04.1993, von unserem Redaktionsmitglied Cornelia Tomaschko

Auf eine Idee sind die Kinder von alleine nicht gekommen: sich auf die Bälle mit den bunten Punkten draufzusetzen. Sie haben sich mit dem Bauch draufgelegt, die Bälle durch den Raum geworfen oder gerollt, diese als Sprungbälle benutzt - aber draufsitzen? Erst als Kindergartenleiterin Petra Welte ihnen diesen Tipp gegeben hatte, probierten es die Jungen und Mädchen im Beiertheimer Kindergarten St. Michael aus. Und siehe da, es machte ihnen eine Menge Spaß. Bewegtes Sitzes heißt das Stichwort, unter dem mehrere rückenfreundliche Verhaltensweisen zusammengefaßt sind, unter anderem das Sitzen auf einem solchen speziellen Ball. Um ein rückengerechtes Verhalten schon im Kindergarten einzuüben, haben sich Petra Welte und ihre Kolleginnen entschlossen, mit den Sitzbällen einen Anfang zu machen. Unterstützt wird das Projekt von der Firma Vogel im schwäbischen Möglingen, die die ersten Bälle für das Experiment zur Verfügung stellte. Die Anregung zu diesem Projekt kam von Hans-Dieter Kempf, der mit seiner Frau Bärbl die Karlsruher Kinder-Rückenschule entwickelt hat. Kempf erläuterte den Kindergarteneltern bei einem Elternabend  was es mit dem Sitzen auf sich hat und wie man sich dabei rückengerecht verhalten kann. Was die Beiertheimer ausprobieren, soll aber keine Rückenschule im Kindergarten werden, sondern die Kinder sollen sich durch eine kindgerechte Umgebung erst gar keine rückenschädlichen Verhaltensweisen angewöhnen. "Es geht hier nicht um Gliederpuppenturnen", betont deshalb Hans-Dieter Kempf. Ein Blick auf die in einem Kindergarten üblichen Möbel zeige aber schon, daß die Umgebung nicht immer kindgerecht sei. So sitzen Dreijährige auf den gleichen Stühlen wie Sechsjährige, obwohl die Körpermaße völlig unterschiedlich sind. Auch zu Hause sei es in der Regel für Kinder schwierig, rückengerecht zu sitzen, da sie auf den gleichen Stühlen und am gleichen Tisch essen würden wie ihre Eltern. In den Sitzbällen sieht Kempf eine preisgünstige Möglichkeit, ,jedem Kind eine passende Sitzmöglichkeit anzubieten. Zum einen lassen sich die Bälle mehr oder weniger stark aufpumpen, so daß man die Höhe verändern kann, zum anderen gibt es die Bälle in unterschiedlichen Größen. Das bedeutet auch für die Erzieherinnen eine Entlastung. In dem Wunsch, mit den Kindern möglichst auf einer Ebene zu sitzen, quetschen sie sich häufig auf die viel zu kIeinen Kinderstühle. Sitzen die Kinder aber auf den unterschiedlich großen Bällen fällt es nicht weiter auf, wenn die Erzieherinnen an einem noch etwas größeren Ball sitzen. Das Ziel des Beiertheimer Kindergartenteams ist es, in jedem Raum einige der Bälle zu haben, so daß die Kinder mal am Stuhl, mal auf einem Ball sitzen können. Abwechslung heißt ein Tip zum Thema bewegtes Sitzen. Zur Zeit werden die Bälle aber nur in kleinen Gruppen eingesetzt, da ihre Attraktivität noch viel zu groß ist, als daß sich die Kinder mit einem Stuhl "begnügen" würden, wenn ein Ball in Reichweite ist.

Wer denkt, daß das Sitzen auf der runden Unterlage mit ihren vielfäItigen Bewegungsmöglichkeiten die Kinder ablenkt, der irrt. Petra Welte hat im Gegenteil festgestellt, daß die Mädchen und Jungen trotz Schaukelns oder Hüpfen auf dem Ball sehr konzentriert bei der Sache sind, wenn, sie etwas erzählt. Wie wichtig für Kinder Bewegung ist - nicht nur beim Sitzen, schildert  Hans-Dieter Kempf sehr eindrücklich in dem jüngst erschienenen Taschenbuch "Rückenschule für Kinder". Zusammen mit seiner Frau Bärbl hat er ein Test und Übungsprogramm entwickelt, das Eltern hilft, Haltungsschwächen ihrer Kinder zu korrigieren oder diesen vorzubeugen. Ein Orthopäde Dr. Jürgen Fischer, nimmt in dem Band Stellung  zur Rückenschule für Kinder aus Sicht des Arztes.

"Bewegung braucht das Kind" lautet eine Forderung von Kempf angesichts der Tatsache, daß bereits Kindergartenkinder fünf bis sechs Stunden täglich sitzen. Acht- bis Neunjährige mehr als acht ,Stunden sitzend verbringen. Häufiger interessante Spielplätze zu besuchen, in der Familie zu toben und zu spielen und vor allem Spiele auszusuchen, die Kinder und Eltern in gleicher Weise fordern, sind nur einige Ratschläge, die Kempf in seinem Buch gibt. Zusammen mit Bärbl Kempf gibt er Rückenkurse  für Kinder in Karlsruher Vereinen. Das Projekt für die Kindergärten könnte er sich nach dem Start in Beiertheim auch für die Gesamtstadt vorstellen.

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