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02.04.2005 Den Rücken stärken Hamburger Abendblatt

Den Rücken stärken

Büroarbeiter sitzen zuviel und oft falsch. Experten verraten, was Abhilfe schafft.

Hamburger Abendblatt, erschienen am 2. April 2005 in Beruf & Erfolg , Manuela Keil  

Zwei von drei Menschen klagen regelmäßig über Rückenschmerzen, ergab eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen. Orthopäden sprechen anklagend von einer "sitzenden Gesellschaft", denn das Sitzen sei eine anatomisch ungünstige Haltung.

"Sein Kreuz tragen, mir sitzt die Angst im Nacken, mir ist jemand in den Rücken gefallen" - unsere Sprache bringt das Problem auf den Punkt. Schätzungsweise 72 Millionen Arbeitstage fallen jährlich aus, weil sich Arbeitnehmer wegen Rückenschmerzen krank melden. Dadurch entstehen Kosten von etwa 18 Milliarden Euro. "Schlechte Nachrichten und Rückenbeschwerden hängen eng zusammen", sagt Joachim Mallwitz, Orthopäde im Rückenzentrum am Michel. "Was der Kopf nicht verarbeiten kann, lädt er im Rücken ab." Und: Wer Rückgrat zeige, lasse sich auch von schlechten Nachrichten nicht verbiegen.

Hans-Dieter Kempf, Buchautor und Begründer einer Karlsruher Rückenschule, rät zu viel Bewegung, nicht nur in der Freizeit. Nordic Walking und Laufen seien ideale Ausdauerbelastungen. Ausreichend Bewegung, vor allem Sport, seien nicht nur gut für den Körper, sondern auch für den Geist. Denn an die Psyche denke der Patient oft nicht, wenn es um die Vorbeugung und Behandlung von Rückenleiden gehe. Forscher sind jedoch davon überzeugt, daß rund 80 Prozent der Rückenleiden psychosomatisch bedingt sind. Lebensereignisse werden verdrängt, Ängste führen zu körperlichen Leiden, Sorgen werden zu Rückenproblemen. Schmerz als körperliche Anpassungsstörung an das Leben.

Eine weitere Belastung: Die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet täglich überwiegend am Computer. Rückenschmerzen können durch falsches und langes Sitzen entstehen. Die Muskulatur im Schulter- und Nackenbereich wird durch den Blick auf den Monitor beansprucht. Fazit: Über 30 Prozent der 20- bis 29jährigen Männer leiden laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes bereits unter mäßigen Rückenschmerzen, bei den jungen Frauen sind es sogar 38 Prozent. "Wichtig ist außer einem Stuhl, bei dem die Rückenlehne bis zu den Schulterblättern reicht und verstellbar ist, auch der richtige Abstand zum Bildschirm von 50 bis 70 Zentimetern", sagt Frank Fiedler, Berater für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Inhaber von Motio Hamburg. "Das Licht sollte möglichst von links kommen."

Gegen Bewegungsmangel und einseitige Belastung des Rückens haben Arbeitsmediziner eine Faustregel ersonnen: Maximal die Hälfte der Arbeitszeit sollte man im Sitzen verbringen. Der Rest wird im Idealfall gleichmäßig zwischen Stehen und Bewegung aufgeteilt. Dafür gibt es elektrisch höhenverstellbare Steh-Sitz-Tische. Der Benutzer kann also bei seiner Arbeit am Bildschirm jederzeit zwischen Stehen und Sitzen wechseln, ohne den Platz zu verlassen.

Wie man in Alltagssituationen im Supermarkt, an der roten Ampel oder im Fahrstuhl die Zeit für seinen Rücken sinnvoll nutzen kann, zeigt die Sportwissenschaftlerin Birgit Ehnert in ihren Seminaren, beispielsweise mit Spannungsübungen oder Stoffwechseltraining für die Lendenwirbelsäule. "Mir geht es dabei um erste Hilfe bei Rückenschmerzen, denn 95 Prozent der Rückenbeschwerden heilen wieder aus." Der häufigste Fehler sei, daß Betroffene meinen, ein Bandscheibenvorfall sei etwas Dramatisches. Ehnert: "Das sind altersgerechte Verschleißerscheinungen - etwas zynisch ausgedrückt - wie graue Haare."

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