Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen

Sie sind hier: Startseite / Hans-Dieter Kempf / HDK in Presse, in Rundfunk und im Fernsehen / Presseberichte Download / 07.2005 Das stärkt Kindern den Rücken Zeitschrift Eltern

07.2005 Das stärkt Kindern den Rücken Zeitschrift Eltern

Das stärkt Kindern den Rücken 

Zeitschrift Eltern,  Ausgabe Juli 2005  

Eltern 07-2005      

 

Fliegerle fliliiliieg! Papa Jan, 30, liegt auf dem Bett und lässt die zweijährige Lucia auf seinen Fußsohlen davonfliegen und ferne Länder ansteuern. Damit sie nicht aus allen Wolken fällt, hält er sie an beiden Armen fest. Auf und ab schwebt Lucia, wenn ihr Papa seine Beine leicht anzieht und wieder streckt. Nach drei Flugminuten will Lucia erst richtig durchstarten. Das Flieger-Spiel kennen die meisten Eltern aus Zeiten, in denen sie selbst noch leicht genug waren, um auf den Fußsohlen ihrer Eltern zu balancieren. Generationen von Kindern haben dieses Spiel geliebt und wie Lucia beim Abheben, Fliegen und Landen gestrahlt und gegluckst Gleichzeitig haben sie ihrem Rücken Gutes getan - ohne es zu wissen. 

Gute Haltung bedeutet starke Muskel: "Mit einfachen Spielen können wir Eltern die Entwicklung der kindlichen Wirbelsäule unterstützen und Haltungsschäden vorbeugen", erklärt Hans-Dieter Kempf, Sportwissenschaftler der Karlsruher Rückenschule, einem Zusammenschluss von Ärzten und Psychologen, die ein spezielles Gymnastikprogramm entwickelt haben. "Jedes Spiel, das den Aufbau von Bauch-, Rücken- oder Schultermuskeln fördert, unterstützt auch den Rücken, der den Körper aufrecht hält." Studien zeigen, dass diese Unterstützung sinnvoll ist: Bereits im Kindergarten haben 20 Prozent der Kinder eine schlechte Haltung, in der Grundschule etwa 36 Prozent. Das bedeutet: Sie stehen krumm, machen einen Buckel oder gehen ins Hohlkreuz, manche klagen sogar über Rückenschmerzen. Der Grund für die Zunahme von Haltungsschwächen: Bewegungsmangel. Eine alte Weisheit: Je mehr Bewegung, desto besser für den Körper. Ob auf dem Spielplatz, im Wald oder im Kinderzimmer -Toben schult den Gleichgewichtssinn und die Koordination und regt den Kreislauf an. Aber nicht nur das: Beim Klettern, Rennen, Herumtollen, Springen und Hüpfen wird auch der Aufbau von Muskeln gefördert und der ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung des Rückens. "Eine gute Haltung setzt eine ausgebildete Rumpfmuskulatur voraus", erklärt Sportwissenschaftler Kempf. "Sind die Muskeln zu schwach, können sie Abweichungen der Wirbelsäule von einer normalen Haltung nicht mehr ausgleichen. Und das führt dann auf längere Sicht zu einer Fehlhaltung. "Beeinflussen kann man die Entwicklung des Rückens die ganze Kinder- und Jugendzeit über. Erst wenn ein Kind etwa zwölf Jahre alt ist, hat die Wirbelsäule die typisch geschwungene Form ausgebildet. Was bedeutet: Im Bereich des Halses ist die Wirbelsäule nach vorn konvex gebeugt wie ein Ball, im Bereich des Brustraums macht sie eine Gegenschwingung, eine Art leichten "Buckel". Die Lendenwirbelsäule biegt sich wieder nach vorn, das Kreuzbein bildet erneut einen kleinen "Buckel". Dass diese Krümmungen nicht zu groß oder zu klein ausfallen, ist wichtig, denn nur so können die Wirbel Stöße, wie sie etwa beim Gehen oder Springen entstehen, gut abfedern (kleinere Verformungen können wiederum Training und eine gute Muskulatur ausgleichen). 

Auch im Zimmer gibt's Bewegung: Sätze wie: "Setz dich aufrecht hin!" oder "Jetzt steh doch endlich mal gerade!" verpuffen meistens noch im selben Moment, in dem sie gesagt wurden. Mit Bewegungsspielen kann man deutlich mehr erreichen, denn die machen Spaß und haben nichts Belehrendes. Ideal wäre natürlich, sein Kind möglichst jeden Tag eine Zeit lang ins Freie zu verfrachten. Weil das nicht immer klappt, ermuntern ein paar Installationen im Kinderzimmer, sich in Bewegung zu setzen: eine Bewegungs- und Kuschelecke mit Matratzen, Kissen und Schaumstoffrollen motiviert zum Toben und Springen; eine abnehmbare Reckstange, die man in den Türrahmen einspannen kann, ist ideal zum Hängen, Hangeln und Turnen. Sind die Wände stabil, kann man sogar eine Sprossenwand anbringen; . verschiedene Sitzmöglichkeiten verführen ein Kind dazu, immer wieder mal seine Haltung zu wechseln: ein Stuhl am Maltisch, ein Sitzpolster in der Ecke, eine Matratze zum Entspannen. Auf den vorangegangenen Seiten haben wir Ihnen ein paar Spiele, die dem Rücken gut tun, vorgestellt. Bei allen sollte der Spaß, nicht der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund stehen. Sportwissenschaftler Hans-Dieter Kempf: "Eine zu schwere Aufgabe verdirbt dem Kind die Freude, ein zu einfaches Spiel langweilt es." Am besten, Sie probieren selbst aus, welches Spiel bei Ihrem Kind ankommt. Oder machen einfach mit. Ihr Kind wird sich freuen, zu sehen, dass Mama oder Papa auch nicht alles besser kann! Und Lachen ist schließlich gut für die Bauchmuskeln. ...

...ZUM WEITERLESEN: Hans-Dieter Kempf, Dr.Jürgen Fischer,"Rückenschule für Kinder", rororo, 9,90 Euro; Infos zur Rückenschule unter www.DieRueckenschule.de.

Artikelaktionen

Fort- und Weiterbildungen 2016

Gruppenbild DSHS 2011

Mehr zum Programm und Anmeldung

Neu! Das Standardwerk der Neuen Rückenschule

Buch Neue Rückenschule 2 Cover

"Die neuen Standards" (Schmerzmedizin)

Jetzt in 2.Auflage! Dez 2014 430 Seiten
Neu im Dezember 2015! Funktionelles Training - Zusätzliche Übungen

 

Funktionlles Zusatzübungen

erschienen Dezember 2015
Neu! Februar 2015

Die Kleine Rückenschule