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11.2005 Linke Links AJS Forum

Linke Links

AJS Forum, Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Judendschutzbund Nordrhein-Westfalen, 29. Jahrgang 3/2005, Prof. Dr. Karla Etschenberg,  http://www.ajs.nrw.de/ajsforum/2005-3.pdf

Inzwischen ist es üblich und durchaus auch sachdienlich, wenn man bei Veröffentlichungen mit Unterrichtsanregungen (z. B. zum Fach Biologie in der Zeitschrift Unterricht Biologie) nicht nur Literatur, sondern auch Internetadressen sowohl für Lehrende als auch für Lernende angibt, damit sie sich da weitere Informationen suchen können. Beliebt ist auch der Vorschlag, bei Stationenarbeit das Internet einzubeziehen. Oft ergeben sich bei seriösen Internetadressen ja auch hilfreiche Verweise auf weitere Adressen oder sogar direkte „Verlinkungen“. So eine „gute“ Adresse war auch die 2003 von „Unterricht Biologie“ veröffentlichte Adresse: www.karlsruher-rueckenschule. de. Hinter der „Karlsruher Rückenschule“ steht ein bekannter Fachmann und Buchautor zum Thema „gesunder Rücken“ (Hans-Dieter Kempf aus Karlsruhe). 

Aus fachlichem Interesse wählte ich im August 2005 die genannte Adresse und „landete“ in einer englisch-sprachigen Adressensammlung, die alle direkt auf pornografische Seiten weiterleiteten. Irritiert ging ich der Sache nach. Über www.denic.de kann man ja herausfinden, wem eine .de – Adresse gehört. Sie gehörte jedenfalls nicht (mehr) Herrn Kempf, sondern einem Mann in Wien, der auf meine (naive) Anfrage nur antwortete, die Adresse sei aufgegeben worden und werde nun weiter verwendet. Inzwischen hatte ich drei seriöse Anbieter im Internet ausgemacht, die mit direkten Links auf das Pornoprogramm weiterleiteten. Sie löschten diese Links sofort, als ich sie darauf aufmerksam machte. Inzwischen hatte ich aber auch herausgefunden, dass vom gleichen Anbieter in Wien auch die Adresse „www.bibi-blocksbergfilm. de“ mit Pornos belegt worden war. Das Ganze hatte also System. Ich schaltete jugendschutz.net ein, die Institution, die in staatlichem Auftrag Belange des Jugendschutzes im Internet wahrnimmt. Mir erschien es problematisch, dass sich hinter so harmlosen und auch für Schüler und Schülerinnen bzw. Kinder interessanten Adressen so etwas verbergen kann. Weder Eltern noch Lehrende hätten ein Chance, den Zugang zu kontrollieren, weil auf dem abrufbaren Protokoll der benutzten Adressen nichts Verdächtiges erscheinen würde. Die diesbezügliche Stationenarbeit – möglichst noch in einem Gruppenraum ohne direkte Aufsicht – könnte dadurch für Schüler und Schülerinnen interessante, aber nicht unbedingt den Lernzielen dienliche Wege gehen. 

Ergebnis: Herr Kempf hat tatsächlich vor Kurzem seine ursprüngliche Internetadresse aufgegeben und eine neue übernommen: www.DieRueckenschule.de. Leider hat er nicht gewusst, dass „gebrauchte“ und gut eingeführte Internetadressen systematisch von Anbietern neu belegt werden. Wie solche Anbieter überhaupt herausfinden, welche Internetadressen aufgeben werden, ist mir natürlich ein Rätsel. Kontrolliert wird jedenfalls von denic nicht, was hinter einer Adresse steckt. Jedenfalls war die Seite www.karlsruher-ruekken- schule.de bereits drei Tage nach meinen diversen Anfragen vorübergehend gar nicht aufrufbar und wechselte dann innerhalb weniger Stunden den Besitzer (wieder ein Herr aus Wien). Jetzt erschienen unter dieser Adresse Links aus der Modebranche, und bei www.bibi-blocksberg-film.de Links zur ökologischen Architektur. Inzwischen hat der ursprüngliche Eigentümer die Domain zurückgekauft – die einzige Möglichkeit, sich vor weiteren „linken Links“ zu schützen.

Ich habe jedenfalls meine „Medienkompetenz“ durch diesen Vorgang ein bisschen erweitert und habe folgendes gelernt: 

1. Man sollte niemals die eigene Internetadresse aufgeben. 

2. Man sollte alle Internetadressen, die man an Schüler und Schülerinnen weitergibt, nicht nur grundsätzlich, sondern auch aktuell auf Ihren Inhalt überprüfen. 

3. Man braucht an Schulen, die mit dem Internet arbeiten, einen Filter, der nicht nur die Seriosität von Adressen, sondern auch die dahinter verborgenen Inhalte kontrolliert. 

4. Dennoch kann es passieren, dass man auf „linke Links“ reinfällt, weil Internetadressen offenbar ein „bewegtes“ Leben mit rasch wechselnden Partnern führen.

 

Prof. Dr. Karla Etschenberg

, Vorstandsmitglied der AJ

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