Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen

Sie sind hier: Startseite / Hans-Dieter Kempf / HDK in Presse, in Rundfunk und im Fernsehen / Presseberichte Download / 12.04.2001 Leistungsfähig trotz Schmerzen Amtsblatt Stadt Karlsruhe

12.04.2001 Leistungsfähig trotz Schmerzen Amtsblatt Stadt Karlsruhe

Leistungsfähig trotz Schmerzen 

 

Neue Therapieform im Städtische Klinikum

 

Stadtzeitung, Amtsblatt der Stadt Karlsruhe 12.04.2001

Karlsruhe. "Jetzt müsste es eigentlich weitergehen. Jetzt sind wir oben am Berg." - Das Resümee, das die Teilnehmer nach neun Wochen Rückentraining in einer Projektgruppe der Schmerzambulanz am Städtischen Klinikum zogen, war positiv. Die Schmerzen im Rücken seien zwar geblieben, aber sie könnten nun besser damit umgehen und seien leistungsfähiger geworden. Einige der Teilnehmer wollen auch in Zukunft gemeinsam Sport machen, um sich diese Leistungsfähigkeit zu erhalten. Der Kurs, den die Schmerzambulanz diesen chronisch kranken Patienten unter dem Titel - "Rücken-Intensiv-Proramm" (RIP) anbot, ist eine völlig neue Therapieform für Rückenkranke, die in Karlsruhe einmalig ist. Auch bundesweit gibt es bislang nur sehr wenige Angebote dieser interdisziplinären Behandlungsmethode. Die Erfahrungen damit sind jedoch sehr gut. Eine Schmerztherapeutin, ein Assistenzarzt aus der Anästhesieabteilung, zwei Diplompsychologinnen und ein Sportwissenschaftler haben das Karlsruher Programm entwickelt und in einem Pilotprojekt umgesetzt. Es unterscheidet sich von vergleichbaren Programmen dadurch, dass keine großen Krafttrainingsmaschinen verwendet werden, sondern Kleingeräte, so dass Patienten auch zu Hause trainieren können. Möglich war das Pilotprojekt am Karlsruher Klinikum allerdings nur, da die Patienten bereit waren, zusätzlich zu einer Finanzierungsgebühr Forschungsgelder einen Eigenanteil von 250 Mark zu bezahlen. Angesprochen wurden die Patienten in der Schmerzambulanz, die die klassischen Rückenschmerztherapien wie Spritzen, Medikamente, Krankengymnastik, Massagen, Operationen und Kuren alle schon hinter sich hatten, allerdings ohne Erfolg. Was sollte man diesen Menschen noch anbieten, denen die Therapeuten eher hilflos gegenüberstehen? Die Antwort auf diese Frage war ein Programm, das sowohl pro Übungstag eineinhalb Stunden Sport vorsah, als auch kurze Vorträge und psychologische Schmerzbewältigung in der Gruppe. "Das war schon schwer, den anderen mitzuteilen, wie es einem geht", sagte eine Teilnehmerin im Rückblick. Auch darüber nachzudenken, was für sie Genuss bedeutet, war für die Teilnehmer nicht einfach. "Rückenpatienten neigen dazu, sich alles aufzuladen, wenig auf sich zu sehen. Deshalb war es uns wichtig, ass sie lernen, sich um sich zu kümmern, sich aus den Anforderungen auch einmal herauszuziehen", erklärte die Schmerztherapeutin Dr. Regina Wolf vom Klinikum diesen Ansatz. Die Diplompsychologinnen Anke Schwarzbach-Voss und Isabell Hafferspürten in ihren Gruppensitzungen, wie schwer es einige der Teilnehmer damit hatten, sich selbst etwas Gutes zu tun und nicht immer nur den anderen. Wesentlich leichter fiel den Patienten dagegen der Sport, obwohl sich anfangs bei allen die Schmerzen verstärkten. "lchwusste aber, da muss ich durch und dann habe ich den Erfolg festgestellt, dass ich vieles besser konnte als vor dem Kurs", berichtete eine Teilnehmerin. Diese Erfolge hat auch der Sportwissenschaftler Hans-Dieter Kempf festgestellt, der das Bewegungsprogramm durchführte und gemeinsam mit Assistenzarzt Andreas Bertsch die Sportmotorik der Frauen und Männer zu Beginn des Kurses und am Ende testete. Bei sechs Teilnehmern von acht hatte sich die Ausdauerleistung verbessert und der Körperfettgehalt reduziert. Sieben Patienten konnten die Testübungen am Ende besser absolvieren als zu Beginn des Kurses und zeigten auch im Verlauf des Programms eine deutliche Verbesserung ihrer Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Sechs der Patienten bewegen  sich jetzt überhaupt mehr als früher. Vier Teilnehmer bewerteten ihren Fitnessstand besser als vorher, drei nennen ihn jetzt gut, einer zufriedenstellend. Damit hat das Team seine Ziele erreicht. Die Angst vor dem Schmerz zu verringern, das Vermeidungsverhalten zu reduzieren und insgesamt die Lebensqualität der Schmerzpatienten zu steigern. "Wir haben viel gelacht im Kurs. Wissen Sie, als Schmerzpatient traut man sich irgendwann gar nicht mehr von seinen Problemen zu erzählen, aber hier haben mich alle verstanden", freut sich eine Teilnehmerin am Ende des Projektes. Sie waren sich mit allen anderen einig, dass dieses Programm unbedingt fortgesetzt werden müsse.  Ansprechpartnerin: Dr. Wolf, Telefon (0721) 9 74 1642, weitere Infos im Internet unter: www.dierueckenschule.de

Artikelaktionen

Fort- und Weiterbildungen 2016

Gruppenbild DSHS 2011

Mehr zum Programm und Anmeldung

Neu! Das Standardwerk der Neuen Rückenschule

Buch Neue Rückenschule 2 Cover

"Die neuen Standards" (Schmerzmedizin)

Jetzt in 2.Auflage! Dez 2014 430 Seiten
Neu im Dezember 2015! Funktionelles Training - Zusätzliche Übungen

 

Funktionlles Zusatzübungen

erschienen Dezember 2015
Neu! Februar 2015

Die Kleine Rückenschule