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20.11.1993 Sitzkarriere beginnt bereits im Kindergarten BNN

Sitzkarriere beginnt bereits im Kindergarten

 

Spielerische Bewegung beugt vor / Dynamisches Sitzen auf der Größe angepasstem Mobiliar

 

Badische Neuesten Nachrichten 20.11.1993

 

ela. "Jetzt den Hampelmann", ruft Barbara Scholz gutgelaunt. Prompt gehen die Arme neben dem Körper hoch und patschen über dem Kopf zusammen. Eine ziemlich  wackelige Angelegenheit. Denn nicht nur die Arme wollen koordiniert sein. Gleichzeitig bringen die Mütter ihre Sitzgelegenheit ins Schwingen. Jawohl! Auf giftgrünen elastischen Bällen hopsen sie, machen einen Hampelmann und geraten mal mehr, mal weniger ins Schwanken. "Tut das gut", sagt eine Besucherin des AOK-Gesundheitszentrums, als die Übung mit Krankengymnastin Scholz beendet ist. Die Nachbarinnen pflichten bei. Dabei geht es in erster Linie gar nicht um das Wohlbefinden der Eltern. Rückenschäden und Bewegungsmangel bei Kindern sind das Thema - und vor allem: Wie können Eltern und Erzieher dem zu Hause und' im Kindergarten entgegenwirken? Daß Handlungsbedarf besteht, macht Sportwissenschaftler Hans-Dieter Kempf klar: 35 bis 60 Prozent aller Schulkinder haben Haltungsschwächen, 30 bis 40 Prozent weisen Koordinationsschwächen auf, 25 bis 30 Prozent der Schulkinder sind übergewichtig, immerhin noch 20 bis 30 Prozent leiden an Herz-/Kreislaufschwächen, ermittelte das Bundesgesundheitsamt. Das Gegenmittel erscheint einfach: "Die Kinder müssen sich mehr bewegen. Nicht durch Zwang. Eltern sollten den Bewegungsdrang der Kinder spielerisch nutzen", sagt Kempf. Beim Hüpfen, Robben oder Klettern beugen Kinder nicht nur späteren Rückenschäden vor, sie üben 'sich auch im Koordinieren. "Die Diskussion in Schulen ist schon angelaufen, in Kindergärten allerdings noch sehr selten", sagte Kempf. Dabei beginne gerade mit dem Kindergartenbesuch die "Sitzkarriere". Fernseh- und. Eßzeiten eingerechnet kämen Drei- bis Sechsjährige am Tag auf gut sechs Stunden. Gerade die einseitige Belastung beim Sitzen sei Gift für den Körper. "Die Bandscheibe ernährt sich von Bewegung. Dadurch wird ein Pump-/Saugmechanismus in Gang gesetzt", macht Scholz deutlich. Die Alternative zum zumeist krummen Rücken auf dem Stuhl? Das dynamische Sitzen. Mal mit dem Becken kreiseln, die Position verändern, Muskeln und Rücken be- und entlasten. Für diese Sitzform bieten sich die Gummibälle an. Hopsen, Kreiseln, sich bäuchlings drauflegen - mit diesem Gerät kein Problem. In einem Karlsruher Kindergarten gibt es schon Erfahrungen mit den rollenden Stühlen: "Die Eingewöhnungsphase, bis die Kinder akzeptiert haben, daß das Stühle und keine Bälle zum Werfen sind, war schnell vorbei", erzählt Simone Weis, Erzieherin im Kindergarten St.Michael. Die Bilanz? "Durch den ständigen Bewegungsausgleich können sich die Kinder wesentlich besser konzentrieren", sagt Weis. Wartezeiten, die viel Ausdauer Von den Kindern verlangten, ließen sich leichter überbrücken. Bei den Bällen soll es jedoch nicht bleiben. Über die Informationsveranstaltung der Krankenkasse, speziell auch für Erzieherinnen hinaus, erhofft sich Weis vom nächsten Treffen viele praktische Tipps. "Für uns ist es vor allem Wichtig, Übungen zu lernen, für  die wir kein zusätzliches Mobiliar anschaffen müssen", bestätigt Tanja Münster vom Kindergarten Heiligkreuz. Wenn die Kinder schon viel sitzen, dann auch auf dem passenden Untersatz, plädiert Kempf. Verstellbares Mobiliar, Sitzbälle, Trip-Trap-Stühle, auf denen der Nachwuchs bequem an den Tisch reicht, gleichzeitig aber die Füße aufsetzen kann, zählt er einige Beispiele auf. Der höhere Preis solcher Möbel zahle sich durch die lange Nutzungsdauer aus.

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