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22.04.1997 Soforthilfe: Wenn der Rücken verrückt spielt Zeitschrift Freundin

Soforthilfe: Wenn der Rücken verrückt spielt 

Freundin facts,  Ausgabe Oktober 1996, von Wolfgang Melcher

Ein tolles Team: 24 Wirbel im Rücken sorgen zusammen mit Muskeln und Bändern für Gelenkigkeit und aufrechte Haltung. Doch wehe, wenn ein Rädchen des Systems ausfällt: "Die Schmerzen können zum Dauerproblem werden", sagt Sportwissenschaftler Hans-Dieter Kempf, Autor des Ratgebers .Die Rückenschule" (rowolt, 16,90 Mark). Vier von fünf Deutschen haben Rückenschmerzen, bei jedem zehnten sind sie chronisch. Besonders betroffen: Frauen. Aktuelle Studien des Forschungs- und Präventionszentrums in Köln fanden heraus, daß die Leistungsfähigkeit der Frau bei Rückenproblemen um mehr als 25 Prozent sinkt. Der Mann verliert dagegen nur sieben Prozent. Rumpf-, Nacken- und Hals-Bereich ist die Muskulatur  bei Frauen um ein Drittel schwächer, schon leichte Verspannungen haben schlimmere Folgen. Doch hinter Rückenproblem stecken nicht nur überbeanspruchte Muskeln oder eine schlechte Haltung: Wissenschaftler haben jetzt erstmals belegt, daß bei jedem zweiten psychische Faktoren an den Schmerzen schuld sind! "Wenn die Seele leidet, verspannen sich die Muskeln - vor allem im Schulter- und Nackenbereich - der Rücken tut weh", erklärt der Experte. Die Schmerzen führen dazu, daß sich die Muskeln noch stärker anspannen. Geklärt ist jetzt endlich auch, wie Streß den Teufelskreis weiter verstärkt: Durch die schlechte Durchblutung in den verkrampften Muskeln werden Eiweißstoffe freigesetzt; die die Schmerzrezeptoren reizen. Im Arbeitsalltag kommt zu Ärger und Anspannung oft noch fehlende Bewegung. Teile der Wirbelsäule werden dadurch nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt, die Beschwerden verschlimmern sich. 

Schnellprogramm gegen den Schmerz Was Ärzte als Selbsthilfe empfehlen:

Aktiv bleiben. Rückenschmerzen im Bett auszukurieren ist meist falsch: "Beim Liegen werden Muskeln abgebaut, die die Wirbelsäule entlasten", so der Experte. "Wirbel und Bandscheiben verlieren einen Teil ihrer Funktionsfähigkeit" Starke Schmerzen (z. B. Hexenschuß) zwingen einen zwar vorübergehend zur Ruhe, doch sobald es irgendwie geht, sollte man aufstehen. 

Schmerzmittel. Medikamente mildern akute Schmerzen und machen schneller wieder beweglich. Besonders wirksam sind Präparate mit Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen (bekämpfen Entzündungen, lindern Beschwerden). Wenn rezeptfreie Mittel nicht weiterhelfen, kann der Arzt muskelentspannende Tabletten verordnen.

Akupressur. Bei Nackenverspannungen direkt über dem Schulterblatt, genau in der Mitte der Schulter, einige Minuten massieren. Sitzt der Schmerz im Lendenbereich: Hände in die Hüften stützen, beide Daumenkuppen zwei Minuten in den Rücken pressen.

Kopfübungen. Lockern die Muskeln und regen die Durchblutung an: im Stehen die Arme hängen lassen, das Kinn zur Brust nehmen, dann den Kopf langsam nach rechts und links drehen. Den Kopf so weit zur Seite neigen, bis man die Dehnung im Halsbereich spürt. 

Muskeldehnung. Beseitigt Verspannungen. Beispiel:flach auf den Boden legen, Knie nacheinander zur Brust ziehen. Der Lendenbereich sollte dabei am Boden bleiben. Die Spannung jeweils einigen Sekunden halten. 

Atmung. Augen schließen, die Hände auf den Bauch legen und tief durch die Nase in den Bauch ein und ausatmen. 

Wärme. Rotlicht oder ein warmes Vollbad fördern die Durchblutung und normalisieren den Stoffwechsel in den verkrampften Muskeln. Baldrian, Hopfen oder Melisse als Badezusatz sorgen für extra Entspannung. 

Kälte. Bei Ischias, also Schmerzen unterhalb des Beckens, die bis ins Bein ziehen, wirkt Kälte besser. Eine Massage mit Eiswürfeln oder eine Eispackung lindern die Beschwerden. Das gleiche wird auch bei rheumatischen Schmerzen empfohlen.

Vitamine. Vitamin C (z. B.in Zitronen und Kiwi) wirkt entzündungshemmend, aktiviert den Stoffwechsel in verspannten Muskeln. 

Rheumapflaster. Erweitern die Gefäße, steigern die Durchblutung und lösen so Verkrampfungen.

Warum Yoga vorbeugt 

"Entspannungstraining sorgt für die wichtige Regeneration von Muskeln und Bandscheiben", sagt Kempf. "Gleichzeitig baut man Streß ab, der für Verkrampfungen und Schmerzen verantwortlich ist!" Yoga, Tai Chi, Feldenkrais, Qi Gong oder Progressive Muskelentspannung lernt man in Kursen (z. B. an der Volkshochschule) oder durch Videos und Bücher. Welche Sportarten das Muskelkorsett stärken, die Wirbelsäule beweglich halten; zeigt die Grafik links. Im Alltag wichtig: möglichst oft die Position wechseln. Im Büro z. B. mal zurücklehnen, mal aufrecht sitzen, gelegentlich den Stuhl gegen einen Gymnastikball tauschen, beim Telefonieren stehen. Vorsicht bei schweren Lasten: "Hebt man sie falsch, drückt das Gewicht auf die Bandscheiben", wamt der Experte. Deshalb: nah herantreten, in die Knie gehen. Mit möglichst gerader Wirbelsäule die Last gleichmäßig anheben - die Kraft kommt aus den Beinen. Selbst nachts kann man den Rücken schonen: "Wichtig sind eine feste Matratze und ein beweglicher Lattenrost, die sich den Konturen des Körpers anpassen", rät Kempf. Und: Wer kann, 'sollte auf der Seite schlafen (Embryo-Haltung: Knie und Hüfte angewinkelt). Ein Kissen zwischen den Knien verhindert, daß das Becken sich dreht. 

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