Die Rückenschule wirkt!
gegen „unspezifische“ Rückenschmerzen ist gesichert (moderate bis starke Evidenz), besonders wenn es sich um Programme mit chronischen (immer wiederkehrende oder anhaltenden) Rückenschmerzenpatienten, um Programme am Arbeitsplatz und um Programme handelt, die eine intensive Schulung, bzw. einen umfangreichem aktiven Übungsanteil beinhalten (Burton 2005, Heymann 2004, Nentwig 1999, van Tulder 2003).
Wahrscheinlich wirksame präventive Interventionen (Lühmann 2004, 2006):
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Intensive Rückenschule mit umfangreichem Übungsteil
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Bewegung und Training – scheinbar unabhängig von der Art des Trainingsprogramms
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Interventionen zur Einstellungsänderung und Entmedikalisierung von Rückenschmerzen
Wenige Belege existieren für eine isolierte Wirkung einzelner Bausteine (Linton 2001, Mannion 1999), für Maßnahmen zur Steigerung der Dauerhaftigkeit und hinsichtlich der Frage, welche Bausteine für welche Teilnehmersubgruppen empfehlenswert sind (Heymans 2004, Nentwig 1999, van Tulder 2003).
Eine Teilnahme an der Rückenschule verbessert bei den Teilnehmern auch die empfundene Lebensqualität (Tavafian et al. 2007).
In eigenen Untersuchungen konnten signifikante Verbesserungen der Rückenschulteilnehmer (Dauer 10x60 Minuten) im Vergleich zur Kontrollgruppe nach einem Jahr beim Gesundheitszustand, den aktuellen Rückenschmerzen, der empfunden Intensität der Rückenschmerzen und den Arztbesuchen feststellen. Durch den Kurs hat sich in diesem Zeitraum bei über der Hälfte der Teilnehmer das Befinden (56%) positiv verändert. Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer (83%) achten in ihrem Tagesablauf verstärkt auf ihren Rücken, die Hälfte setzt das vorhandene Wissens in den Alltag um (Kempf 2007).
Aktuelle Belege zur Wirksamkeit der Rückenschule:
Effektivität von Rückenschule für die Behandlung chronischer Rückenschmerzpatienten
Rückenschule mit Coretraining kann hilfreich sein in der Entwicklung von Coping-Strategien
Durch Rückenschule und McKenzie-Technik Verbesserungen bei Schmerzintensität und Unfähigkeit
Rückenschule bei Rekruten spart Kosten ein
Individuelle Patientenbildung bei Rückenschmerzen
Quellen:
Kempf, H.-D. (1990, 199523). Die Rückenschule. Das ganzheitliches Programm für einen gesunden Rücken. Reinbek: Rowohlt
Kempf, H.-D. (Hrsg.) (19992). Rückenschule: Grundlagen, Konzepte und Übungen. München: Urban & Fischer
Kempf, H.-D. (2007). Die präventive Rückenschule mit Teilnehmern aus dem universitären Bereich . Bewegungssport und Sporttherapie (nach review zum Druck angenommen).
Weiterführende Literatur:
Burton AK: How to prevent low back pain. Best Pract Res Clin Rheumatol. 2005; 19 (4): 541 – 555 (http://www.backpaineurope.org/web/files/How%20to%20prevent%20low%20back%20pain.pdf, Zugriff 5.05.2006
Heymans MW, van Tulder MW, Esmail R, Bombardier C, Koes BW: Back schools for non-specific low-back pain.. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2004, Issue 2. Art. No.: CD000261.pub2. DOI: 10.1002/14651858.CD000261.pub2
Linton SJ, Ryberg M: A cognitive-behavioural group intervention as prevention in neck and back pain in a non-patient population. Pain 2001; 90: 83-90
Mannion AF, Münterer M, Taimela S, Dvorak, J: A Randomized Clinical Trial of Three Active Therapies for Chronic Low Back Pain. Spine 1999; 24 (23), 2435-2448
Nentwig CG: Effektivität der Rückenschule. Ein Überblick über die Ergebnisse der evidenz-basierten Evaluation. Orthopäde 1999; 28: 958-965
van Tulder MW, Malmivaara A, Esmail R, Koes BW.. Exercise therapy for low back pain (Cochrane Review) In: The Cochrane Library, Issue 3, 2003. Oxford: Update Software





