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Hans-Dieter Kempf beim 180km Radrennen des 3daysiron

180km bei Hitze von 34Grad in 6:04 Std.

 

Ergebnisse unter

http://www.badenmarathon.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=83&Itemid=81

Erfahrungsbericht zum 3daysiron 2010 ( 180km Radfahren)

Als Rennradnovize waren für mich 180km Radrennen wohl die größte Herausforderung, zumal ich kein Rennrad besaß, was sich im Vorfeld tatsächlich als Problem herausstellte. Wer würde mir ein Rennrad mit passenden Abmessungen für dieses Event leihen, zumal mir Freunde im Vorfeld vermittelten, dass ambitionierte Fahrer wohl eher ihre Frau als ihr Rad herausgeben würden. Glücklicherweise lieh mir ein Freund 6 Wochen vor dem Rennen sein relativ neues Rad (Danke Pit für diesen Freundschaftsdienst). So konnte ich tatsächlich noch 12 Einheiten mit 890km Trainingskilometern vor dem eigentlichen Rennen fahren, jedoch betrug die längste Distanz nur 90km, so dass ich mir auch hier etwas unsicher war, wie sich wohl am Ende 180km anfühlen würden. Uwe, ein ehemaliger Wettkampffahrer, zeigte mir in einer Trainingseinheit, wie man Windschatten fährt und auf was man bei so einem Rennen achten sollte. Als einziges neues Material legte ich mir zu Trainingsbeginn eine neue Radhose zu, das passende Pearl Izumi -Trikot bekam ich von Mathias Reinacher zum Geburtstag geschenkt. Alles andere, Helm, Brille, Handschuhe und Mountainbike-Radschuhe waren ziemlich alt (und auch out), aber für eine einmalige Veranstaltung völlig ausreichend.

Vor dem Rennen am 11. Juli 2010, das im Rahmen der RTF-Tour stattfand, war ich schon etwas aufgeregt, so dass ich am Vorabend sogar den 40sten Geburtstag einer Freundin noch vor 1Uhr verließ. Das insbesondere deshalb, weil für den Renntag sehr heiße Temperaturen (am Samstag waren es noch 37 Grad) vorhergesagt wurden. Eigentlich wollte mich meine Frau von dem Radrennen abhalten, zumal die Organisatoren dankenswerter noch eine Warnung herausgaben, begleitete mich aber am Sonntag dann doch kurz vor 8:30 Uhr noch an den Start mit dem dezenten, wohl gut gemeinten, Hinweis auf mein Alter. Das Zurückzählen beim Start eines Marathons ist zwar noch etwas prickelnder, doch auch hier lief mir beim Start ein leichter Schauer über den Rücken. Die ersten Kilometer stadtauswärts gingen recht locker, bevor die erste Gruppe in der Pfalz bis Wissenbourg so richtig Gas gab. Nach diesen ersten 90 Minuten ging es dann allmählich den Berg hinauf bis zum Col du Pigonier, wo wir nach ca. 60 km die erste Verpflegungsstelle erreichten. Eigentlich hat dort nur noch der Cafe und der Sekt gefehlt. Ansonsten gab es alles, was man sich zu einem zweiten Frühstück wünscht, so dass wir nach etwa 8-10 Minuten die Tour bis nach  Bärenthal fortsetzten. Eine wunderschöne Landschaft und auch das Wetter meinte es die ersten 100km noch gut mit uns, da immer wieder Wolken die Sonne verdeckten. Bei der nächsten Rast in Baerenthal war die Sonne dann endgültig da und auch hier wir stärkten uns ausgiebig mit fast 10 Minuten, trotz Zeitverlust für die Endzeit. Über die nächsten 40km nach Surbourg rollten wir flott dahin. An dieser Stelle möchte ich ein großes Lob an Patrick Kling und an Holger Lorenz (ich kannte ihn nicht, er hat seine Frau Carmen begleitet und man hat mir während des Rennens von seinen Triathlonleistungen erzählt) geben, welche die Gruppe anführten. Ich wusste gar nicht, dass man so schnell (37-40km/Std.) über längere Zeit fahren kann. Die letzte Rast in Surbourg fiel dann etwas kürzer aus. Leider musste ich die Gruppe bei Kilometer 150 aufgrund von Muskelbeschwerden ziehen lassen und die letzten 30km alleine zurücklegen. Das war bei der Hitze schon eine Plage und ich hätte mir gewünscht, ein Mopedfahrer hätte mich einige Kilometer gezogen. Leider kam keiner. Auch Wolfgang Möck, der bis dahin in der Gruppe mitfuhr, hat es mit einem Platten bei Kilometer 145km (da knallte es richtig laut) erwischt und er wurde von Edmund begleitet. Alle die ich im Ziel in Elchesheim endlich nach 6:04:00 sah, waren überglücklich, die Strapazen sah man allen aber an (gut dass kein Spiegel in der Nähe war). Ein Kompliment an die ganzen Fahrer vor uns (Ihr wart ja superschnell) und an alle die noch später kamen. 42km hätte ich jetzt nicht mehr laufen können. Das letzte Heimrollen nach Karlsruhe (war so schnell wie ich vorher die letzten 30km alleine fuhr, da merkt man die Gruppe schon) endete bei einem leckeren Eis in der Heidenstückesiedlung-die wohlverdiente Belohnung (es sind dafür nicht zwingend 200km dafür notwendig)

Abschließendes Fazit: super Erfahrung und eine klasse Organisation. Auch ale Anfänger mit relativ wenig Training und ohne Profimaterial sind die 180km zu schaffen, anstrengend ist es aber schon. Und eine Gruppe hilft dabei ungemein. Ob ich mir ein Rennrad zulege, weiß ich noch nicht, mein geliehenes Rad habe ich jedenfalls am nächsten Tag gleich wieder zurückgegeben.

 


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