Beeinflussung von chronischen Rückenschmerzen durch gerätegestütztes Rücken- und Bauchmuskeltraining bei Männern
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Homepage070809neu/abstracts_komplett.pdf
Krankenkassen bieten Mitgliedern mit chronische Rückenschmerzen ein gerätegestütztes
Krafttraining für die Rückenmuskulatur. Unter dem sich erstmals vorstellendem Klientel wurden
15 (47 ± 4,0 Jahre) chronische Rückenschmerzpatienten und 10 Kontrollpersonen (47 ± 5,5 Jahre)
für die vorliegende Studie gewonnen. Es war die Frage, ob der zu erwartende Kraftzuwachs mit
einer Reduktion der Schmerzen einhergeht.
Vor und nach dem Training füllten alle Patienten Fragebögen zur Schmerzlokalisation und
Intensität, dem Pain Disability Index (PDI) und dem EQ-5D Fragebogen nach der selbstbeurteilten
Lebensqualität nach der Euro quality of life group aus; außerdem markierten sie täglich das
Ausmaß der Schmerzen auf einer visuellen Analogskala. Die Maximalkraft wurde auf Davidgeräten
für die thorakolumbale Extension und die Rechts- und Linkslateralflexion, die Bauchmuskeln
sowie die Rechts- und Linksrotation bestimmt.
Trainiert wurde 12 Wochen mit 2 mal pro Woche 1h Dauer. Das in vier Perioden gegliederte
Training lief über eine Orientierungsphase nach einem Grundlagentraining und über eine
Anpassungsphase mit intensivem Training zu der abschließenden Optimierungsphase mit jeweils
leicht ansteigender Intensität um 2,5 kg und Reduktion der Wiederholungszahl von 35 auf 12.
Ergänzt wurde jede Einheit durch eine dazugehörende Dehnübung.
Sehr deutlich gingen die Schmerzen im HWS und LWS Bereich zurück (p<0,01). Das
Trainingstagebuch zeigte nach einem zunächst deutlichen Abfall der Schmerzen einen Gipfel bei
der. Woche 10 bei der HWS und BWS und anschließend einen Abfall, während im LWS Bereich die
Schmerzen bis zur Woche 8 eher zunahmen, bevor sie deutlich abfielen. In 3 von 7 Bereichen des
PDI fanden sich keine Veränderungen, sonst günstige Effekte (p<0,01) bei häuslichen
Verpflichtungen, Erholung, Beruf und Sexualleben. Der EQ-5D brachte eine Verbesserung des
aktuellen Gesundheitszustandes, aber keine der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die
Kontrollgruppe blieb bei allen Skalen unverändert.
Die Maximalkraft der Extension stieg nach Training von 264 ± 67 auf 305 ± 61, die Rotationskraft
rechts von 133 ± 38 auf 162 ± 38, links von 116 ± 37 auf eine 149 ± 41 Nm, die Bauchmuskelkraft
von 146 ± 27 auf 170 ± 27 Nm und der seitlichen Bauchmuskulatur rechts von 148 ± 42 auf 184 ± 45,
links von 142 ± 38 auf 180 ± 42 Nm, alle Änderungen bei p<0,001.
Die Beweglichkeit verbesserte sich für die Extension von 37 ± 3,8 auf 39 ± 2,1°, die Lateralflexion
rechts von 40 ± 6,8 auf 46 ± 5,5° links von 41 ± 6,6 auf 47 ± 5,8°, die Rotation rechts von 42 ± 7,0 auf
51 ± 8,5, links von 45 ± 11 auf 52 ± 11°, sämtlich signifikant (p< 0,001), bei unveränderten
Messwerten in der Kontrollgruppe.Maschinengestütztes Krafttraining der Rücken- und
Bauchmuskulatur führt zu einem Zuwachs an Kraft und Beweglichkeit.





