Chronisch nicht-spezifischer Rückenschmerz beeinträchtigt diezeitliche Beziehung zwischen paraspinaler Reflexantwort und korrespondierender lumbaler Bewegungsantwort bei externen Belastungsstörungen
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Homepage070809neu/abstracts_komplett.pdf
Studiendesign. Es wurde eine vergleichende Querschnittsstudie zwischen gesunden
Kontrollpersonen und Patienten mit nicht-spezifisch chronischem Rückenschmerz (CNRS)
durchgeführt. Ziel der vorliegenden Studie war es mittels extern applizierter Störungen zu
untersuchen, ob chronischer Rückenschmerz die zeitliche Beziehung zwischen paraspinaler Reflexund
korrespondierender spinaler lumbaler Bewegungsantwort beeinträchtigt. Hintergrund.
Patienten mit chronischem Rückenschmerz weisen verlängerte muskuläre Latenzzeiten der
Rumpfmuskulatur bei externen Störungen verglichen mit Gesunden auf. Die klinische Relevanz
dieser veränderten reflektorischen Kontrolle ist ungeklärt. Es wird angenommen, dass die
verlängerten paravertebralen muskulären Latenzzeiten spinale Instabilitäten zur Folge haben,
welche an der Chronifizierung des Rückenschmerzes beteiligt sind. Methode. Neun Frauen (Alter
[Jahre]: 43±12; Gewicht [kg]: 62±8; Größe [cm]: 166±5; BMI: 23±2; VAS [0-100]: 51±27, HADS-A:
8±3; HADS-D: 5±3) mit CNRS ohne degenerative Bandscheibenerkrankung der LWS (MRT) sowie
neun gematchte gesunde weibliche Kontrollpersonen (Alter: 36±10; Gewicht: 61±9; Größe: 168±6;
BMI: 22±3) wurden untersucht. Die paraspinale Reflexantwort (Oberflächenelektromyografie) des
Erector spinae Höhe L1,Th12 (ES1), Th12,11 (ES2) und Multifidus lumborum Höhe L4,3 (MF1),
L3,2 (MF2) sowie die korrespondierende Bewegungsantwort (Qualisys®) in Höhe L1 und L5 wurden
während randomisiert applizierter Be- und Entlastungsstörungen (5x6 pro Seite) in der
Frontalebene gemessen. Die Detektion der Latenzzeiten erfolgte anhand des simultan erfassten
Kraftsignals. Ergebnisse. Bei den gesunden Kontrollpersonen wurden die Reflexantworten des
kontralateralen ES1,ES2 und des ipsilateralen MF1, MF2 vor der Bewegungsantwort des
korrespondierenden spinalen Segmentes (ES1,2 zu L1, p<0,001; MF1,2 zu L5, p<0,01 ) identifiziert.
Demgegenüber zeigten Patientinnen mit CNRS eine Koinzidenz zwischen den Latenzzeiten der
paraspinalen Reflexantwort und der korrespondierenden spinalen Bewegungsantwort. Diese
Ergebnisse sind für beide Störungsseiten reproduzierbar. Schlussfolgerungen. Bei CNRS ist die
beeinträchtigte zeitliche Beziehung zwischen paraspinaler Reflexantwort und korrespondierender
spinaler Bewegungsantwort Hinweis für eine inadäquate reflektorische Kontrolle, welche mit
lumbalen Instabilitäten assoziiert sein kann.





