Dehnungstraining und Verletzungspropylaxe
Vollständiger Artikel unter
http://www.biowiss-sport.de/kl-%20sportwiss%202006-1.pdf
Zusammenfassung und Ausblick
Es hat sich gezeigt, dass bei der Beurteilung der Frage, ob ein Dehnungstraining Verletzungen vermeiden kann, ausschlaggebend ist, welche Aussagefähigkeit man den einzelnen Untersuchungen zubilligt. Ein entscheidender Filter ist, von welchen Verletzungen man glaubt, dass diese durch Dehnungstraining ver-mieden werden können. Hält man dies vor allem für Muskelzerrungen und -faserrisse für möglich und weniger für Verletzungen und Überlastungsschäden anderer Strukturen (Bänder, Schleimbeutel, Gelenke, Knochen), verlieren eine ganze Reihe von Metaanalysen ihre Bedeutung, auch solche, die in wissen-schaftlichen und nichtwissenschaftlichen Veröffentlichungen viel Resonanz hat-ten, wie z.B. diejenige von Herbert & Gabriel (2002). Bei allen Untersuchungser-gebnissen ist zudem immer wichtig mit zu nennen, ob es sich um kurz- oder langfristige Effekte des Dehnens handelt. Auf Probleme bei der Trennung dieser Effekte wurde hingewiesen. Untersuchungen, bei denen die Effekte ausschließ-lich einem Langzeitdehnen zugerechnet werden können, fehlen aufgrund der Tatsache, dass in den vorliegenden Untersuchungen das Dehnungstraining nicht in einer gesonderten Trainingseinheit, sondern direkt vor der Belastung absolviert wurde
Ein weiterer Filter ist die Frage, ob Untersuchungen zum Zusammenhang zwi-schen der Beweglichkeit und dem Verletzungsrisiko, also Untersuchungen, in denen kein Dehnungstraining durchgeführt wurde, zur Beurteilung herangezo-gen werden können. Diese lassen allenfalls Trainingsempfehlungen für ein Langzeitdehnen zu, nicht aber für ein Kurzzeitdehnen. Zu fordern sind bei dieser Fragestellung vor allem Untersuchungen mit einer multifaktoriellen Datenerhe-bung und -auswertung.
Wie sich gezeigt hat, ist es zu früh zu resümieren, Dehnen hätte keine Bedeu-tung bei der Vorbeugung von Verletzungen, es sei denn man betont bei dieser Aussage ausdrücklich, dass mit Verletzungen vor allem solche von Knochen, Gelenken, Bändern, Sehnen und Schleimbeuteln gemeint sind und nicht





