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Die Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union (1997, 2007)

Fassung von 2007

http://www.netzwerk-unternehmen-fuer-gesundheit.de/fileadmin/rs-dokumente/dateien/Luxemburger_Deklaration_22_okt07.pdf

Fassung von 1997

Die Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung

in der Europäischen Union (1997)

Diese Deklaration wurde von allen Mitgliedern des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung

anlässlich ihres Treffens vom 27. bis 28. November 1997 in Luxemburg verabschiedet.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von

Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und

Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden:

• Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen

• Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung

• Stärkung persönlicher Kompetenzen.

Einleitung

Grundlage für die aktuellen Aktivitäten zur BGF bilden zwei Faktoren. Zum einen hat die

EG- Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz (Richtlinie des Rates 89/391/ EWG) eine Neuorientierung

des traditionellen Arbeitsschutzes in Gesetzgebung und Praxis eingeleitet.

Zum anderen wächst die Bedeutung des Arbeitsplatzes als Handlungsfeld der

öffentlichen Gesundheit (Public Health).

Gesunde, motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind sowohl in sozialer wie

ökonomischer Hinsicht Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg der Europäischen

Union. Der zuständige Dienst der Europäischen Kommission hat daher eine Initiative

zum Aufbau eines Europäischen Netzwerkes für BGF unterstützt. Diese Initiative

befindet sich im Einklang mit Artikel 129 des Vertrages zur Gründung der Europäischen

Gemeinschaft und dem Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Gesundheitsförderung,

-aufklärung, -erziehung und -ausbildung innerhalb des Aktionsrahmens im Bereich der

öffentlichen Gesundheit (Nr. 645/96/EG). Mitglieder des Europäischen Netzwerkes sind

Organisationen aus allen 15 Mitgliedsstaaten und den Ländern des Europäischen

Wirtschaftsraumes. Sie sind gleichzeitig nationale Kontaktstellen.

Ziel des Netzwerkes ist es, auf der Basis eines kontinuierlichen Erfahrungsaustausches,

nachahmenswerte Praxisbeispiele zur BGF zu identifizieren und zu verbreiten. Die EU

ermutigt damit die Mitgliedsstaaten, der BGF einen höheren Stellenwert einzuräumen

und Fragen der Gesundheit am Arbeitsplatz bei politischen Entscheidungen mit

einzubeziehen.

Herausforderungen für die Arbeitswelt im 21. Jahrhundert

Die Arbeitswelt befindet sich in einer Phase tiefgreifenden Wandels. Wichtige Rahmenbedingungen

sind u.a.:

·

Globalisierung

·

Arbeitslosigkeit

·

wachsende Verbreitung neuer Informationstechnologien

·

Veränderungen der Beschäftigungsverhältnisse (z.B. befristete und Teilzeitarbeit,

·

älter werdende Belegschaften

·

wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors

·

Personalabbau (Downsizing)

·

wachsender Anteil von Arbeitnehmern in Klein- und Mittelunternehmen (KMU)

·

Kundenorientierung und Qualitätsmanagement.

Betriebliche Gesundheitsförderung: eine Investition in die Zukunft

Der traditionelle Arbeitsschutz hat durch die Verringerung von Arbeitsunfällen und die

Prävention von Berufskrankheiten entscheidend zur Verbesserung der Gesundheit am

Arbeitsplatz beigetragen. Dennoch reichen seine Mittel offensichtlich nicht, um dem

weiten Spektrum der o. g. Probleme zu begegnen.

Unternehmen, die Gesundheit an ihren Arbeitsplätzen fördern, senken damit krankheitsbedingte

Kosten und steigern ihre Produktivität. Dies ist das Ergebnis einer gesünderen

Belegschaft mit höherer Motivation, besserer Arbeitsmoral und besserem Arbeitsklima.

BGF ist eine moderne Unternehmensstrategie und zielt darauf ab, Krankheiten am

Arbeitsplatz vorzubeugen (einschließlich arbeitsbedingter Erkrankungen, Arbeitsunfälle,

Berufskrankheiten und Stress), Gesundheitspotentiale zu stärken und das Wohlbefinden

am Arbeitsplatz zu verbessern.

Betriebliche Gesundheitsförderung: Gesunde Mitarbeiter in gesunden

Unternehmen

Der Arbeitsplatz beeinflusst Gesundheit und Krankheit auf verschiedene Art und Weise.

Wenn Beschäftigte unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten müssen,

nicht angemessen qualifiziert sind oder nicht ausreichend von Kollegen unterstützt

werden, kann Arbeit krank machen. Arbeit kann aber auch die berufliche und

persönliche Entwicklung fördern.

BGF will diejenigen Faktoren beeinflussen, die die Gesundheit der Beschäftigten

verbessern. Dazu gehören:

·

Unternehmensgrundsätze und -leitlinien, die in den Beschäftigten einen wichtigen

·

eine Unternehmenskultur und entsprechende Führungsgrundsätze, in denen

·

eine Arbeitsorganisation, die den Beschäftigten ein ausgewogenes Verhältnis bietet

·

eine Personalpolitik, die aktiv Gesundheitsförderungsziele verfolgt

·

ein integrierter Arbeits - und Gesundheitsschutz.

Betriebliche Gesundheitsförderung: nachweislich erfolgreich

BGF beruht auf einer fach- und berufsübergreifenden Zusammenarbeit und kann nur

dann erfolgreich sein, wenn alle Schlüsselpersonen dazu beitragen.

BGF kann ihr Ziel “gesunde Mitarbeiter in gesunden Unternehmen" erreichen, wenn sie

sich an den folgenden Leitlinien orientiert:

1. Die gesamte Belegschaft muss einbezogen werden (Partizipation).

2. BGF muss bei allen wichtigen Entscheidungen und in allen Unternehmensbereichen

berücksichtigt werden (Integration).

3. Alle Maßnahmen und Programme müssen systematisch durchgeführt werden:

Bedarfsanalyse, Prioritätensetzung, Planung, Ausführung, kontinuierliche Kontrolle

und Bewertung der Ergebnisse (Projektmanagement).

4. BGF beinhaltet sowohl verhaltens - als auch verhältnisorientierte Maßnahmen. Sie

verbindet den Ansatz der Risikoreduktion mit dem des Ausbaus von Schutzfaktoren

und Gesundheitspotentialen (Ganzheitlichkeit).

Prioritäten des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung

Das Europäische Netzwerk für BGF koordiniert den Informationsaustausch und die Verbreitung

vorbildlicher Praxisbeispiele in Europa. Seine Mitgliedsorganisationen setzen

sich für den Aufbau informeller Netzwerke auf nationaler Ebene ein. Alle Aktivitäten und

Prioritäten basieren auf dem Subsidiaritätsprinzip und unterstützen die Zusammenarbeit

zwischen den Mitgliedsstaaten. Im Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft und

das Ziel, BGF in der Arbeitswelt zu verbreiten, betrachtet das Europäische Netzwerk die

folgenden Aufgaben als vordringlich und als Grundlage für zukünftige Aktivitäten:

1. BGF bekannter machen und alle Schlüsselpersonen zur Übernahme von mehr

Verantwortung für Gesundheit bewegen

2. Ermitteln und Verbreiten von vorbildlichen Praxisbeispielen

3. Leitlinien für effektive BGF entwickeln

4. das Engagement der Mitgliedsstaaten für die Einleitung entsprechender politischer

Schritte sicherstellen

5. die besonderen Anforderungen in der Zusammenarbeit mit KMU berücksichtigen.

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