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Die Rolle des lumbalen Multifidus bei chronsichen Rückenschmerzen

Freeman MD, Woodham MA, Woodham AW. The role of the lumbar multifidus in chronic low back pain: a review. PM R. 2010 Feb;2(2):142-6; quiz 1 p following 167.

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1934148209015858

Abstract

Low back pain (LBP), a highly prevalent problem in society, is often a recurrent condition. Recent advances in the understanding of the biomechanics of LBP have highlighted the importance of muscular stabilization of the “neutral zone” range of motion in the low back. The lumbar multifidus muscles (LMM) are important stabilizers of this neutral zone, and dysfunction in these muscles is strongly associated with LBP. The dysfunction is a result of pain inhibition from the spine, and it tends to continue even after the pain has resolved, likely contributing to the high recurrence rate of LBP. Persisting LMM dysfunction is identified by atrophic replacement of multifidus muscle with fat, a condition that is best seen on magnetic resonance imaging. Muscle training directed at teaching patients to activate their LMM is an important feature of any clinical approach to the LBP patient with demonstrated LMM dysfunction or atrophy.

 

Kommentar aus dem

Rehanewsletter Nr. 47 von Frank Diemer, Volker Sutor und Nedeljko Goreta

www.fomt.info

M. multifidus und Rückenschmerz

Seit geraumer Zeit steht der lumbale Multifidus im Mittelpunkt stabilisierender Maßnahmen beim Rückenschmerzpatient. In einer kurzen Übersicht stellen Freeman et al. (2010) die wichtigsten Fakten über diese Muskelgruppe noch einmal zusammen. Dies wollen wir Euch nicht vorenthalten!

Funktion:

Der Multifidus besteht im Vergleich zu anderen lumbalen Muskeln aus relativ vielen Muskelfasern und ist so in der Lage, die neutral Zone effektiv zu stabilisieren. Die tiefen Fasern überspannen 2 Segmente und arbeiten eher in einem tonischen Muster. Die oberflächlichen Fasern überbrücken 3-5 Segmente und weisen eher ein phasisches Innervationsprogramm auf.

Pathologie:

Der lumbale Multifidus ist beim Rückenschmerzpatient verändert. Dies umfasst einerseits eine lokale Atrophie und andererseits eine fettige Degeneration. Beides ist mit Schmerz (lokal und Ausstrahlung), neurologischen Symptomen und mit der Dauer der Symptome korreliert.

Die Innervation des Muskels erfolgt monosegmantal, d.h. der Ramus dorsalis medialer Anteil versorgt den zugehörigen Multifidus der gleichen Segmenthöhe. Eine veränderte Afferenz aus der Kapsel des Fazettgelenks wird in einem neurophysiologischen Regelkreis auf den Multifidus verschalten und kann seinen Spannungszustand verändern. Experimentell zugeführte Bandscheibenschäden führen zu einer sofortigen Atrophie dieses Muskels.

 

Therapie:

  • Studien über therapeutische Interventionen, die auf den lumbalen Multifidus abzielen, belegen die Existenz einer willkürlichen Aktivierung dieser Muskeln.
  • Die Rahmenbedingungen sollten qualitativ hochwertige Übungen sein, die unabhängig vom Bewegungsausmaß auf die LBH-Region appliziert werden.
  • Ein gutes Feedback (visuell oder taktil) ist essentiell, um die Fähigkeit der isolierten Anspannung zu erlernen.
  • Die Atrophie ist nicht mit der Resolution von Schmerz beendet oder geht von alleine wieder in den Ausgangszustand zurück, sondern muss zielgerichtet beübt werden. Dies geht mit einer Schmerzreduktion, einer Verbesserung in anerkannten Scores und einer Sekundärprävention einher.

Fazit:

Eine kurze und knappe Zusammenfassung mit den wichtigsten Fakten, die einige problematische Quellen unkommentiert übernimmt (z.B. Danneels et al. 2001) und die Gretchenfrage offen lässt: Wer braucht stabilisierende Maßnahmen und wer nicht?

Literatur:

Freeman MD, Woodham MA, Woodham AW. The role of the lumbar multifidus in chronic low back pain: a review. Physical Medicine and Rehabilitation. 2012;2:142

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