Erfassung des Brustkyphose- und Lendenlordosewinkels der Wirbelsäule bei haltungsschwachen und haltungsnormalen Schulkindern
Zusammenfassung
Studienziel: Mittels ultraschalltopometrischer Vermessung wurde die Haltung bei Schulkindern untersucht mit der Fragestellung, ob Unterschiede zwischen haltungsschwachen und haltungsnormalen Kindern messtechnisch zu erfassen sind. Methode: Es wurden 105 primär gesunde Schulkinder (56 weiblich, 49 männlich) mit einem Altersdurchschnitt von 8 Jahren (± 0,9) untersucht. Die klinische Einteilung in haltungsschwache und -normale Kinder erfolgte mit dem Armvorhaltetest nach Matthiaß. Im habituellen Geradstand wurde das Wirbelsäulenprofil mittels ultraschalltopometrischer Taststiftmessung der Dornfortsatzlinie von HWK 7 bis LWK 5 dreidimensional erfasst. Ergebnisse: Bei der Durchführung des Haltungstests nach Matthiaß zeigten 42 Kinder (40 %) ein positives Ergebnis im Sinne einer Haltungsinsuffizienz (22 weiblich, 20 männlich). Die topometrisch ermittelten Kyphose- sowie Lordosewinkel waren bei den haltungsschwachen Kindern signifikant kleiner (p < 0,05) - klinisch einer stärkeren Kyphose und Lordose entsprechend. Die seitlichen und anterioposterioren Lotabweichungen sowie die Schwankungsbreite im habituellen Geradstand unterschieden sich nicht signifikant zwischen haltungsschwachen und haltungsnormalen Kindern. Schlussfolgerung: Mittels ultraschalltopometrischem Verfahren kann die Haltung von haltungsschwachen und -normalen Kindern durch die Bestimmung von Kyphose- und Lordosewinkel messtechnisch differenziert werden. Diese Quantifizierung kann zur objektiven Verlaufsbeurteilung der Haltung genutzt werden.





