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Neuromuskuläres Training und Verletzungsprävention: eine systematische Übersichtsarbeit

Hübscher M, Zech A, Pfeifer K, Vogt L, Banzer W. - Referat Nr. 26 (Poster), Sitzung PO-1 (24.09.2009, 10:50 Uhr - Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin Jahrgang 60, Nr. 7-8 (2009): 175

http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Homepage070809neu/abstracts_komplett.pdf

Einleitung: Sportverletzungen und Sportschäden erfahren als medizinisches und

sozioökonomisches Problem zunehmend Beachtung. Die vorliegende Literatur liefert Hinweise

dafür, dass sich das Verletzungsrisiko durch Neuromuskuläres Training (NT) reduzieren lässt. Ziel

dieser systematischen Übersichtsarbeit war es– auf Basis methodisch hochwertiger Studien – die

Wirksamkeit von NT in der Prävention von Sportverletzungen zu evaluieren.

Methodik: Die Literatursuche, methodische Bewertung und Exzerpierung der Primärstudien

erfolgte systematisch durch zwei unabhängige Gutachter. Recherchiert wurde – unter

Berücksichtigung zuvor festgelegter Einschlusskriterien – in den Datenbanken SCOPUS,

MEDLINE, EMBASE und PEDro (1966 bis Oktober 2008) sowie in den Literaturreferenzen

relevanter Studien. Berücksichtigt wurden randomisierte kontrollierte Studien und nichtrandomisierte

kontrollierte Studien. Als Effektmaß zur Bestimmung der Interventionswirkung

wurde das Relative Risiko (RR) mit dem zugehörigen 95 % Konfidenzintervall (KI) verwendet. Zur

Überprüfung der Studienheterogenität dienten die Statistiken Q und I2. Dementsprechend wurden

Meta-Analysen mittels Fixed-Effects und Random-Effects Modellen durchgeführt.

Ergebnisse: Von insgesamt 32 relevanten Studien konnten 7 methodisch hochwertige Studien in

die vorliegende Übersichtsarbeit eingeschlossen werden. Kombinierte Trainingsprogramme

führten zu Reduktionen des Risikos für Verletzungen der unteren Extremität (RR 0.61, 95% KI 0.49-

0.77; p<0.01), akuter Knieverletzungen (RR 0.46, 95% CI 0.28-0.76; p<.01) und Verletzungen des

Sprunggelenkes (RR 0.50, 95% KI 0.31-0.79, p<.01). Während durch alleiniges Balancetraining die

Rate für Verletzungen des Sprunggelenkes reduziert werden konnte (RR 0.64, 95% KI 0.46-0.9;

p<.01), zeigten sich lediglich nicht-signifikante Effekte auf die Inzidenz aller Verletzungen (RR 0.49,

95% CI 0.13-1.8; p=.28). Die Trainingsinterventionen erwiesen sich effektiver bei Personen mit

Vorverletzung als bei Personen ohne vorherige Verletzung.

Schlussfolgerung: Basierend auf den Ergebnissen von 7 methodisch hochwertigen Studien liefert

die vorliegende Übersichtsarbeit Evidenz für die Wirksamkeit von NT zur Prävention bestimmter

Sportverletzungen bei Ballsportlerinnen und –sportlern im Alter zwischen 12 und 24 Jahren. Im

Hinblick auf zukünftige Forschung erscheint eine Ausweitung der Fragestellung auf andere

verletzungsträchtige Sportarten sinnvoll und weiterführend. Zudem bedarf es einer Überprüfung

der Generalisierbarkeit gefundener Effekte auf andere Altersgruppen.

Diese Studie wurde vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) unterstützt.

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