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Psychologische Mechanismen im Prozess der Schmerzchronifizierung

Hasenbring M, Hallner D, Klasen B. Psychologische Mechanismen im Prozess der Schmerzchronifizierung. Unter- oder überbewertet? Der Schmerz 2001; 15 (6) 442-447 Psychological mechanisms in the transition from acute to chronic pain: over- or underrated?

http://www.springerlink.com/content/r781y0jtvbutpdf2/

Zusammenfassung.   Zur Abschätzung der Rolle psychologischer Faktoren für die Entstehung chronischer Rückenschmerzen liegen seit Ende der 80er Jahre eine Reihe qualitativer Reviews sowie ein kürzlich publiziertes systematisches Review gut kontrollierter prospektiver Studien vor. Die Arbeitsgruppe um Steven Linton analysierte 37 prospektive Studien von herausragender methodischer Güte auf der Basis eines Graduierungssystems, welches sich an die Beurteilung randomisierter Interventionsstudien anlehnte. Die meisten der untersuchten psychologischen Parameter erreichten hier Level-A-Evidenz, d. h. mindestens 2 kontrollierte Studien wiesen einen Zusammenhang mit dem Erstauftreten von Rückenschmerzen oder der Entwicklung chronischer Schmerzen nach. Es dominierten hier die Aspekte anhaltender Distress im beruflichen oder privaten Alltag, Depressivität, schmerzbezogene Kognitionen sowie Copingverhalten im Umgang mit den Schmerzen. Für zeitstabile Persönlichkeitsmerkmale lagen dagegen lediglich Nachweise im Sinne der Level-C- oder -D-Evidenz vor. 18 der 34 prospektiven Studien untersuchten die relative Vorhersagekraft psychologischer gegenüber somatischen, sozioökonomischen und objektiven arbeitsplatzbezogenen Parametern. Die Studien zeigten überwiegend einerseits die größere Vorhersagekraft der psychologischen Prädiktoren, andererseits eine weitere Erhöhung der Vorhersageleistung bei Kombination der Datenebenen. Diese Befunde sprechen eindeutig für das frühzeitige Einsetzen einer interdisziplinären Diagnostik, die nicht nur den augenblicklichen Befund abschätzt, sondern zusätzlich die Risikoabschätzung einer zu erwartenden Chronifizierung vornimmt, mit dem Ziel, dieser mit einem ebenfalls interdisziplinären Behandlungsangebot frühzeitig entgegenwirken zu können.

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