Schadet Marathonlaufen dem Herz? Ein Update.
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Hinsichtlich gesundheitlicher Risiken werden seit jeher das Risiko einer kardialen
Schädigung sowie des plötzlichen Herztodes beim Marathonlauf diskutiert.
In aktuellen Untersuchungen wurden neben akuten belastungsinduzierten Anstiegen
der kardialen Marker Troponin und BNP mittels bildgebender Verfahren
akute Änderungen der kardialen Funktion sowie kardiomorphologische Auffälligkeiten
bei Ausdauersportlern beschrieben. Da die Erhöhungen der kardialen
Marker Troponin und BNP bei einem Großteil herzgesunder und asymptomatischer
Sportler nach Marathonläufen bzw. erschöpfenden Ausdauerbelastungen
mit raschem Abfall nachgewiesen werden können, geht man mittlerweile eher
von einer physiologischen Reaktion, denn von einer pathologischen Ursache aus.
Auch die echokardiographisch mittels neuerer Untersuchungsmethoden (z. B.
Gewebe-Doppler, Speckle-Tracking, 3D-Ultraschall) erhobenen Parameter zeigen
zwar nach erschöpfenden Ausdauerbelastungen oft eine passagere Abnahme der
Funktionsparameter im Sinne einer sog. “Cardiac fatigue“, doch sind auch diese
unter Berücksichtigung einer veränderten Hämodynamik und Herzfrequenz nach
Belastung sowie eines in den meisten Studien fehlenden Zusammenhangs mit
den belastungsinduzierten Anstiegen der kardialen Marker nicht zwangsweise als
pathologisch einzuordnen. Kernspintomographisch können nach Marathonläufen
gleichermaßen kurzzeitige kardiale Funktionseinschränkungen nachgewiesen
werden. Doch finden sich in den bisherigen Untersuchungen keine Anhaltspunkte
für eine akute oder chronische Schädigung des Herzmuskels bei herzgesunden
Sportlern durch Marathonlaufen, wenngleich insbesondere bei älteren Marathonläufern
Herzerkrankungen wie eine unbekannte koronare Herzkrankheit oder
Herzmuskelnekrosen oder -fibrosen vorliegen können. Schlussfolgernd ist anhand
der vorliegenden Studien derzeit nicht von einer Schädigung eines gesunden und
durch regelmäßiges Training an erschöpfende Ausdauerbelastungen angepassten
Herzens auszugehen. Da ein Marathonlauf dennoch eine hohe kardiale Belastung
darstellt, sind eine ausreichende Vorbereitungszeit sowie eine vorherige bzw. regelmäßige
Gesundheitsuntersuchung zum Ausschluss relevanter angeborener
oder erworbener Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus sportkardiologischer Sicht zu
empfehlen.





