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Schadet Marathonlaufen dem Stütz- und Bewegungsapparat?

Mayer F, Weber J, Cassel M, Müller J, Riegels N, Müller S. Schadet Marathonlaufen dem Stütz- und Bewegungsapparat? Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 2011; 62(9): 299-303

Fulltext

http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/fileadmin/externe_websites/ext.dzsm/content/archiv2011/heft09/spomed_9_11_pdfe/299__uebersicht_mayer.pdf

Marathon- und Langstreckenläufe sind populär und werden aufgrund belegter,
positiver Effekte auf die Lebensqualität und das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen
zunehmend propagiert. Als Folge einer Zunahme an Läufern steigt die
absolute Zahl an Patienten mit belastungsabhängigen Beschwerden des Stütz- und
Bewegungsapparates ebenfalls an. Es wird von einer Inzidenz von bis zu 70%
ausgegangen. In der Ätiologie laufspezifischer Beschwerden wird zwischen internen
und externen Einflüssen differenziert, wobei eine multifaktorielle Genese
angenommen wird. Als gesichert gilt ein Zusammenhang zwischen Beschwerden
und dem Laufumfang (>60km/Wo), dem Trainingsalter und zurückliegenden
laufspezifischen Pathologien. Eine Kausalität zwischen Laufbelastungen und einer
akuten Schädigung bzw. der Entwicklung einer symptomatischen Knie- oder
Hüftgelenksarthrose konnte bisher nicht abschließend belegt werden. Die überwiegende
Mehrzahl der Beschwerdebilder betrifft die Achillessehne, die Knieregion,
die untere LWS, die Plantaraponeurose oder die vordere Schienbeinkante.
Der Schweregrad ist meist gering. Therapeutisch und präventiv werden unterschiedliche,
meist konservative Konzepte verfolgt, die i.d.R. zu einer restitutio ad
integrum führen. Auf Basis der derzeitigen Datenlage kann davon ausgegangen
werden, dass Laufbelastungen einem Stütz- und Bewegungsapparat ohne Vorerkrankungen
nicht nachhaltig schaden. Voraussetzung ist allerdings eine sukzessive,
angepasste Steigerung des Laufumfangs, eine begleitende Kräftigung und ein
sensomotorisches Training.

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