Schadet Marathonlaufen dem Stütz- und Bewegungsapparat?
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Homepage070809neu/abstracts_komplett.pdf
Marathonläufe erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit und werden aufgrund belegter,
positiver Effekte auf die Lebensqualität und die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen
zunehmend propagiert. Als Folge nahm die Zahl an Patienten mit belastungsabhängigen
Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates ebenfalls zu. Die Mehrzahl der aktuellen
Untersuchungen unterscheidet bezüglich der Ursache laufspezifischer Beschwerden zwischen
internen und externen Einflüssen und nimmt multifaktorielle Zusammenhänge an. Als gesichert
gilt ein Zusammenhang zwischen Beschwerden und dem Laufumfang, dem Trainingsalter und
möglichen Vorverletzungen. Die überwiegende Mehrzahl der Beschwerdebilder betrifft die
Achillessehne, die Knieregion, die untere LWS, die Plantaraponeurose oder die vordere
Schienbeinkante, wobei der Schweregrad als eher gering einzustufen ist. Ein Zusammenhang
zwischen Laufbelastungen und der Entstehung einer symptomatischen Knie- oder
Hüftgelenksarthrose konnte bisher nicht abschließend belegt werden. Therapeutisch und
präventiv werden unterschiedliche, meist konservative Konzepte verfolgt, die i.d.R. zu einer
restitutio ad integrum führen. Auf Basis der derzeitigen Datenlage kann davon ausgegangen
werden, dass Laufbelastungen einem Stütz- und Bewegungsapparat ohne Vorerkrankungen nicht
nachhaltig schaden. Voraussetzung ist allerdings eine sukzessive, angepasste Steigerung des
Laufumfangs und ein begleitendes Training v.a. muskulärer und tendinöser Strukturen.





