Schmerzlindernde Effekte eines kraftmaschinenorientierten Trainings bei Frauen mit chronischen Rückenschmerzen
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Homepage070809neu/abstracts_komplett.pdf
Ein Kraftmaschinentraining für Rückenschmerzpatienten sollte in seiner Effektivität bei
chronischen Rückenschmerzpatientinnen überprüft werden.
Nach Rekrutierung von 20 Patientinnen im Alter von 48 ± 4,3 Jahren ( 40 – 55 Jahren), Größe 165 ±
6,8 cm, Gewicht 74 ± 13 kg – und 15 Kontrollpatientinnen im Alter von 49 ± 4,7 Jahren, Größe 162
± 5,7 cm, Gewicht 64 ± 11 kg – wurden in Voruntersuchungen isometrische
Maximalkraftmessungen auf David-Systemen für die thorakolumbale Extension, die Rechts- und
Linksseitneigung, die Rechts- und Linksrotation und die Bauchmuskulatur unter gleichzeitiger
Bestimmung der Beweglichkeit durchgeführt.
Bei allen Patienten wurde die Schmerzlokalisation im Bereich der WS erfragt, außerdem der Pain
Disability Index (PAID) und der EQ-5D der European Quality of Life – Gruppe zur
Selbstbeurteilung der eigenen Lebensqualität. Ein Schmerztagebuch wurde täglich mitgeführt.
Trainiert wurde 12 Wochen mit 2 mal pro Woche 1h Dauer. Das in vier Perioden gegliederte
Training lief über eine Orientierungsphase nach einem Grundlagentraining und über eine
Anpassungsphase mit intensivem Training zu der abschließenden Optimierungsphase mit jeweils
leicht ansteigender Intensität um 2,5 kg und Reduktion der Wiederholungszahl von 35 auf 12.
Die Schmerzintensität verringerte sich im HWS- und LWS- Bereich sehr deutlich (p< 0,001) auch
im BWS-Bereich bei kleiner Fallzahl. Laut Schmerztagebuch gingen die Schmerzen im HWS/BWSund
LWS-Bereich kontinuierlich zurück. In allen sieben Bereichen des PDI wurde eine signifikante
Verbesserung erreicht, besonders bei häuslichen Verpflichtungen, Erholung und sozialen
Aktivitäten sowie im Beruf. Auch beim EQ-5D zeigte sich eine hohe Verbesserung der
gesundheitsbezogenen Lebensqualität und des aktuellen Gesundheitszustandes. In der
Kontrollgruppe ergaben sich bei allen Fragebögen und im Schmerztagebuch keine signifikanten
Veränderungen. Die Steigerung der isometrischen Maximalkraft war signifikant (p< 0,001). Die
Extension steigerte sich von 150 ± 38 auf 177 ± 36 Nm, die Rotation rechts von 61 ± 27 auf 85 ± 22,
links von 43 ± 21 auf 70 ± 20 Nm, die gerade Bauchmuskulatur von 79 ± 17 auf 101 ± 17 Nm und die
seitliche Bauchmuskulatur rechts von 71 ± 27 auf 96 ± 27 und links von 73 ± 25 auf 98 ± 28 Nm.
Auch die Beweglichkeit verbesserte sich in allen Bereichen (p < 0,001): bei der Extension von 33 ±
4,5 auf 37 ± 2,7°, bei der Flexion von 49 ± 7,0 auf 54 ± 1,3°, bei der Lateralflexion rechts von 39 ± 5,4
auf 44 ± 5,1°, links von 38 ± 4,9 auf 44 ± 4,4°, bei der Rotation rechts von 41 ± 7,6 auf 50 ± 8,7° und
links von 41 ± 8,5 auf 49 ± 8,0°. Die Kontrollgruppe blieb ohne signifikante Veränderung.
Ein kraftmaschinenorientiertes Training zeigt neben einem Kraftzuwachs eine Zunahme der
Beweglichkeit und einen sehr deutlichen Rückgang der Schmerzen.





