Vergleich der Gelenkbelastung der unteren Extremitäten zwischen den Bewegungsformen Nordic Walking, Walking und Laufen
Aufgrund des nachgewiesenen kardio-pulmonalen und kardiovaskulären
Benefit und einer postulierten Reduzierung der mechanischen
Belastung des Bewegungsapparates wird Nordic Walking (NW) ein
hohes Wachstumspotential bescheinigt. Die vorliegende Studie überprüft,
ob biomechanische Unterschiede zwischen den Bewegungsformen
NW, Walking und Laufen existieren und hieraus unterschiedliche Belastungsmuster
resultieren. An der Studie nahmen 15 Probanden teil, die
bereits mit der NW-Technik vertraut waren. Die kinematische Datenaufnahme
erfolgte mittels eines 6-Kamera-VICON-Systems. Synchron
dazu wurden die Bodenreaktionskräfte aufgezeichnet. Mittels Inverser
Dynamik wurden die 3-dimensionalen Gelenksmomente in den einzelnen
Ebenen für das Knie-, Sprung- sowie Metatarsophalangealgelenk
berechnet. Beim NW und Walking ist die mechanische Belastung der
unteren Extremitäten in der Frontal- und Sagittalebene geringer als
beim Laufen. Die Knie- und Sprunggelenksmomente sind in der Transversalebene
beim Laufen niedriger als beim NW/Walking. Der Stockeinsatz
beim NW führt im Vergleich zum Walking nicht zu einer Reduzierung
der mechanischen Belastung. Zudem wird beim NW eine höhere
Belastung des Kniegelenks innerhalb der Landephase beobachtet, was
auf die NW- (Diagonal-) Technik zurückzuführen ist. Daher sollte überdacht
werden, ob im Vergleich zum Walking, NW aufgrund seiner versprochenen
„biomechanischen Vorteile“ Übergewichtigen sowie
Personen mit bestehenden Kniebeschwerden tatsächlich zu empfehlen
ist.





