Zusammenhang von funktionellen Störungen der Sprunggelenkeund dem Auftreten von Schmerzzuständen der Lendenwirbelsäule und der unteren Extremität.
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Homepage070809neu/abstracts_komplett.pdf
Einleitung: Funktionelle Störungen des Bewegungsapparates bzw. der funktionellen
Bewegungsketten können Ursache vieler Schmerzzustände und Überlastungssyndrome sein. Eine
manualtherapeutische Diagnostik erlaubt das Auffinden solcher funktionellen Störungen. Die
kausalen Zusammenhänge solcher funktionellen Störungen sind nach wie vor unklar. Im Rahmen
dieser Untersuchung sollen mögliche Zusammenhänge einer funktionellen Störung der
Sprunggelenke mit Problemen der Bewegungskette der unteren Extremität und der
Lendenwirbelsäule untersucht werden. Material-Methoden: Bei 100 Athleten des A-D Kaders aus
verschiedenen Sportarten des Olypmpiastützpunktes Kiel/Schleswig Holstein wurden eine
manualtherapeutische Untersuchung der Sprunggelenke und eine visuelle Begutachtung einer
funktionellen Beinachsenstabilität durchgeführt. Im Rahmen der Anamnese wurde das Auftreten
von Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich bzw. Beschwerden der unteren Extremität
erfasst. Ergebnisse: 37% der Athleten gaben an, innerhalb des letzten Jahres an Schmerzen im
Bereich der Lendenwirbelsäulen gelitten zu haben. Davon litten 3% zusätzlich an
Schmerzzuständen im Bereich der unteren Extremität. Davon konnten bei 35% eine Blockierung
im Bereich der Sprunggelenke nachgewiesen werden. 24% konnten keine adäquate Beinachse
aufbauen. Bei 10% trat eine Blockierung in Kombination mit einer inadäquaten Beinachse auf. Bei
den Athleten ohne Rückenschmerzen konnte bei 32% eine Blockierung im Bereich der
Sprunggelenke nachgewiesen werden. 27% konnten keine adäquate Beinachse aufbauen. Bei 23%
trat eine Blockierung in Kombination mit einer inadäquaten Beinachse auf. 17% litten an
Schmerzzuständen im Bereich der unteren Extremität. Von allen Athleten mit Schmerzzuständen
im Bereich der unteren Extremität konnte bei 64% eine Blockierung, bei 44% eine inadäquate
Beinachse und bei 34% beides in Kombination nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: Der
prozentuale Anteil von Blockierungen im Bereich der Sprunggelenke und einer inadäquaten
Beinachse bzw. deren Kombination liegt bei den Athleten mit Rückenschmerzen im gleichen
Bereich wie bei den Athleten ohne Rückenschmerzen. Eine Blockierung im Bereich der
Sprunggelenke oder eine inadäquate Beinachsenstabilität scheint somit kein wesentlicher Faktor
für das Auftreten von Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule bei Athleten zu sein. Auffällig
ist der relativ hohe Anteil von Athleten mit Blockierungen im Bereich der Sprunggelenke, welche
an Schmerzzuständen der unteren Extremität litten. Funktionelle Störungen der Sprunggelenke
scheinen somit in der Pathogenese von Schmerzzuständen im Bereich der unteren Extremität eine
Rolle zu spielen und sollten daher möglichst früh manualtherapeutisch behandelt werden.





