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Neue Rückenschule - Praxisbausteine

 

 

Was ist neu an der „Neuen Rückenschule“, worauf liegt der Fokus im "Refresherkurs“ für bisherige Rückenschullehrer?

  • Die „Rückenschule“ orientiert sich am Konzept der Salutogenese (Schutzfaktoren) und der ganzheitlichen, bio-psycho-sozialen Betrachtungsweise des Menschen als Einheit von Körper-Geist und Seele. Aus funktionaler Sicht wird die Gesundheit als Interaktion des Körpers (Strukturen und Funktionen) mit den Aktivitäten und der Partizipation der Person, der (materiellen, sozialen und einstellungsbezogenen) Umwelt und personenbezogener Faktoren gesehen (ICF, s.a. Säule Juni 2006). Die angestrebte ganzheitliche Vitalisierung nutzt körperliche, seelische und geistige Aktivierung zur Entwicklung vorhandener und zur Entdeckung neuer individueller Ressourcen.

  • Im Umgang mit Rückenschmerzen liegt der Fokus auf dem Aufbau aktiver Bewältigungsstrategien (Coping-Strategien), der Beeinflussung schmerz- und krankheitsbezogener subjektiver Theorien und des daraus resultierenden Verhaltens (z.B. Katastrophisieren, Bagatellisieren, Hilflosigkeit, Angst-Vermeidungsverhalten), der Reduktion aktueller Stressoren im Alltag (z.B. durch Entspannung und Maßnahmen der multimodalen Stressbewältigung) und der Verbesserung der emotionalen Stimmung (entgegen einer depressiven Stimmungslage, Passivität, Rückzug und Angst) (s.a. Faltermaier 2003, Schwarzer 1996, Hasenbring & Pfingsten 2004, Flor & Hermann 2004).

  • Im Sinne der Aktivierung zielt die Rückenschule auf die Hinführung zu und die Bindung an körperliche und gesundheitssportliche Aktivität durch eine Positivierung der entsprechenden Einstellung, den Aufbau von Bewegungs-, Steuerungs- und Entscheidungskompetenzen und die Verbesserung des aktuellen und habituellen Wohlbefindens. Dabei werden gezielt Elemente genutzt, die die Selbsttätigkeit unterstützen wie z.B. Möglichkeiten zur Einflussnahme und sukzessive Einbindung der Teilnehmer, Vermittlung von Handlungs- und Effektwissen, Fördern von Körper- und Gruppenerleben, Erleben von Bewegungsfreude, Transfer in den Alltag, häufiges Üben, Anregung von Heimprogrammen und Initiierung zusätzlicher Bewegungsprogramme.

  • Neben der positiven Beeinflussung des Halte- und Bewegungssystems („Von Kopf bis Fuß“ mit Schwerpunkt „rückenspezifische Fitness“) gewinnt die Verbesserung der allgemeinen körperlichen Fitness z.B. mit  geeignetem Ausdauertraining (Walking, Laufen, Aerobic) an Bedeutung. In der Haltungs- und Bewegungsschulung sind nach wie vor Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeitslenkung und erlebnisorientierte Vermittlung rücken- und gelenkfreundliche Verhaltensweisen wichtige Inhalte, insgesamt gesehen relativiert sich der Umfang der Haltungs- und Bewegungsschulung im Kursablauf allerdings zugunsten der anderen Inhalte.

  • Der modulartige Aufbau (Baukasten) der Rückenschule gewährleistet die Abstimmung der Ziele und Inhalte auf die Bedürfnisse, Voraussetzungen und Fortschritte der Teilnehmer oder unterschiedlicher Zielgruppen. Sie sollen vom Rückenschullehrer in aktiver Auseinandersetzung flexibel ausgewählt und situativ angepasst werden. Programmartige Kurs- und Stundenablaufpläne können dem gerade zertifizierten Rückenschullehrer als Orientierungshilfe dienen. Für den Rückenschullehrer sind mehr als bisher neben der Sachkompetenz, die Methoden- und vor allem die Sozialkompetenz von Bedeutung. Seine Funktion im Rahmen der initiierten bewegungs- und erlebnisorientierten Lernprozesse ist des Moderators, der den Teilnehmern mit positiver Pädagogik Lösungsstrategien zur Prävention von Schmerzen oder Störungen und zur positiven Bewältigung körperlicher und psychosozialer Alltagsbelastungen aufzuzeigen.

Inhalte des Kurses Neue Rückenschule - Praxisbausteine zu den Grobzielen

  • Verbesserung der rückenspezifischen und allgemeinen Fitness (Phys 1)

  • Verbesserung der individuellen Körperhaltung und der Bewegungsabläufe im Alltag (Phys 2)

  • Wahrnehmung und Erleben des eigenen Körpers (Aktiv 1)

  • Erleben von Bewegungsfreude (Aktiv 2)

  • Aufbau von bewegungsbezogenen Selbststeuerungskompetenzen (Aktiv 3)

  • Aufbau von Selbstmanagement und Verhaltensmodifikation (Aktiv 4)

  • Aufbau von aktiven Schmerzbewältigungsstrategien (Psych 1)

  • Verbesserung der mentalen Entspannungsfähigkeit (Psych 2)

  • Erleben von positiven Haltungs- und Bewegungserfahrungen (Psych 3)

  • Aufbau von Wissen zum Thema Rückenschmerz (Psych 4)

  • Verbesserung des Wohlbefindens (Psych 5)                                                                    

  • Erleben der Wirksamkeit optimierter ergonomischer Bedingungen und Haltungs- und Bewegungsformen (Ergon)

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